Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 22 (1902)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1902)
- Date
- 1902-02-01
- Page
- Seite 31 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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31 in Khorossan (Persien), Rangoun, Birma, in Taschkent, in Rorir- und Südafrika (Tetuan und Mogador) und anderen Orten entstanden. Für die Überzeugungstreue der Zionisten spricht der Umstand, daß einer der anwesenden 200 Delegirten von der russisch-mandschurischen Grenze nach Basel gekommen war und vierzehn Tage in der Eisenbahn zugebracht hat. Selbst aus Neuseeland war ein Vertreter anwesend. In Italien und Frankreich haben sich die zionistischen Vereine zu Förde- - rationen zusammengethan. Ein solcher Bund wird demnächst auch in Skandinavien entstehen. Über die russischen Verhältnisse sprach Dr. Bernheim-Kohan (Moskau). Die Zahl der Vereine ist dort von 830 auf 965 gestiegen. In Mittelasien und Sibirien sind Centren für die zionistische Agitation geschaffen worden. Über die englischen Verhältnisse berichtete De Haas. Die Zahl der Zionisten beträgt dort heute 7500, die 72 Vereine bilden. Auch im südafrikanischen Rand faßt die Bewegung Wurzel, wie Ingenieur Keßler (Johannesburg) mitteilte. Weitere Berichte folgten über Italien, Ungarn, Rumänien und andere Länder. In Rumänien bildet eine ernste Gefahr das neue Handwerker- und Ruralgesetz, das zu einer Emigration der Juden führen dürste. ) Über die jüdische Kolonialbank berichtete Sir Francis Montefiore aus London. Sie wurde gegründet, um die finanziellen Mittel zu beschaffen, die zur Durchführung des Basler Programms notwendig sind. Sie ist seit zwei Monaten aktionsfähig. | Von allen Spekulationen wird sie sich fern halten, ihre Aufmerksamkeit aber der | Kolonisation in Syrien und Palästina widmen und dort Handel und Industrie zu beleben suchen. Das sei für Banken kein ungünstiges Gebiet. 1 Die Diskussion drehte sich hauptsächlich um die Frage: Soll die Bank 1 sofort ihre Geschäfte aufnehmen und welcher Art sollen diese Geschäfte sein? | Hernach wurden die Fragen betreffend die körperliche, geistige und wirtschaftliche Hebung der Juden behandelt. Als Hauptreferent hielt Dr. Max Nordau-Paris eine anderthalbstündige glänzende Rede, worin er darthat, daß der Hebung der 4j Judenschaft auf die ihr gebührende Kulturstufe die wirtschaftliche Hebung vorausgehen müsse. Die erste Aufgabe des Zionismus sei daher, das jüdische Volk zu stärken und ökonomisch tüchtiger zu machen; so allein werde dasselbe brauchbar . werden für die Zwecke und Ziele des Zionismus. Die Rede wurde von wiederholtem stürmischen Beifall unterbrochen. •. Die Diskussion über die geistige, körperliche und wirtschaftliche Hebung der ' Juden hat so ziemlich alle Punkte berührt, die je in irgend einem Lände das Ziel gemeinnütziger Bestrebungen gebildet haben. Dr. Jeremias (Posen) behandelt be- .1 sonders die körperliche Hebung und gelangte nach Vorführung eines umfassenden -- statistischen Materials zum Vorschlag der Errichtung von Kindergärten, Ferienkolonien, Kinderheilstätten, Jugendwehren, Schulgärten, Anstellung von Schulärzten, Pflege sportlicher Übungen, Krankenfürsorge und Wohnungshygiene. Redakteur |