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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1902-01-01 · Heft 1 (1.1.1902) · p. Seite 21

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
22 (1902)
Issue
Heft 1 (1.1.1902)
Date
1902-01-01
Page
Seite 21 (sequence 21)
Language
German
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— 21 — Interessant ist das Bild, welches die Verfasserin von Nietzsche entwirft: „Wie einen riesigen Schmied sehe ich ihn immer. Vor dem Amboß steht er — groß, stark, mit eisernen Muskeln, und schwingt hoch in die Luft einen Hammer. In fröhlicher Laune schwingt er ihn über seinen Kopf und singt dazu. Auf einmal greift er aus, weit nach rückwärts, — in mächtigem Bogen durchschneidet der Hammer die Luft, und sausend fährt er herunter in all das alte Eisen hinein, das den riesigen Amboß haufenweise bedeckt. Eisen klirrt an Eisen, Kraft mißt sich an Kraft, — und zersplittert, zermalmt, in alle Winde zerstiebend fliegt das alte Eisen in Splittern und burlesken Klumpen auseinander. — Aber siehe da: Der Schmied wirst lachend den Hammer weg. Er bückt sich, ja er bückt sich wahrhaftig, — und mit wenigen Riesengriffen hat er die Splitter zusammengelesen. Mit beiden Händen greift er in den Kladderadatsch hinein, und ganze Berge zersplitterten Eisens wirft er in die rohglühende Esse. Und als alles geschmolzen ist, — aufgelöst zur primitivsten Ursprünglichkeit, — da greift er mit beiden Händen in die Glut, die ihn nicht brennt. Er fängt die weichen, zerfließenden Massen in der Hand auf, und mit dem Druck seiner Finger giebt er ihnen neue, nie gesehene prächtige Formen . . . Dann wirst er sie auf den Amboß, und während er sie fest und zäh hämmert, singt er ein brausendes, fröhliches Lied. Vielleicht eines, das wir alle kennen: — „Landgraf, werde hart —-—!" Besonders standhaft, fast möchte ich sagen mannhaft ist die Stellungnahme der Verfasserin zum großen Meister in jenem Punkte, wo Nietzsche auf dem Standpunkte „wir Männer" steht, und sie sucht mit der Meisterschaft einer herrlichen Ausdrucksweise und der Eleganz des Frauenstiles diesen Standpunkt zu bekämpfen. Monatsschau. Die jüdische Reformgemeinde in Herlin hat folgende Rundschreiben erlassen: i „Anläßlich der Repräsentantenwahlen der Hauptgemeiüde hat der Zentralverein für/' j die Interessen der jüdischen Gemeinde in Kerlin, ohne von irgend einer Seite dazu -i provoziert zu sein, in einem öffentlichen Aufrufe einen gehässigen Angriff gegen | unsere Reformgemeinde in dem Sinne gerichtet, als bereite sie lediglich den Glaubensabfall vor Die Unterzeichneten Mitglieder der Reformgemeinde halten es unter 1 ihrer Würde, auf eine solche Schmähung näher einzugehen. Sie glauben vielmehr; als die beste Gegenwehr den Mitgliedern und Freunden der Reformgemeinde die dringende Bitte ans Herz legen zu sollen: sich vollzählig an der am Donnerstag, den 28 Novbr. stattfindenden Wahl zu beteiligen und ausnahmslos den Kandidaten j des liberalen Vereins ihre Stimme zu geben. Gleichzeitig bitten wir Sie, im Kreise ihrer Freunde und Bekannten aufs eifrigste für die Wahl dieser Kandidaten zu wirken. Damit Sie imstande sind, auch diejenigen unserer Glaubensgenossen, die

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