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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1902-01-01 · Heft 1 (1.1.1902) · p. Seite 17

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
22 (1902)
Issue
Heft 1 (1.1.1902)
Date
1902-01-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
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—... . r.*'*rw.m*v»*~**tv.».^5» *?-d, — 17 — wirb. Dem gegenüber findet sich aber auch in den Psalmen die Hoffnung, die über das Grab hinausreicht, wie z. B. in Psalm 16 u. a. Zum Schluffe führte der Redner noch Psalm 128 an, der das Ideal eines frommen Erdenglücks darstelle, zwei nationale Psalmen 137 und 129 und endlich Psalm 98 als einen von den herrlichen Jubelpsalmen an, in welchem das kommende Gottesreich, die vollkommene und glückselige Zukunft der in Liebe und Friede geeinten Menschheit in freudiger Zuversicht besungen wird. Von diesem Hochziel des Menschengeschlechts, so ungefähr war der wesentliche Gedankengang, mit welchem der Redner seinen Vortrag schloß, sind wir zwar noch weit entfernt. Die eine Thatsache jedoch, daß das Gesangbuch Israels, das Gesangbuch der ganzen Christenheit geworden ist, daß also die Be? kenner deS A. T. und des N. T. aus demselben Buche, mit den gleichen Gedanken, mit den gleichen Empfindungen, zu ihrem Gott beten, also in den Weihestunden ihres Lebens im Glück wie in der Not zur Andacht sich erheben, diese eine Thatsache sei der überzeugendste Beweis, daß in ihrer sittlichen Lebens- und Weltanschauung keine gar so weite Kluft vorhanden sein könne, wie vielfach in gehässiger Absicht behauptet werde, daß vielmehr zwischen denselben, wenigstens unter den wahrhaft Frommen und Redlichen, eine tiefe, bis in die verborgensten Herzensgründe gehende Gemeinschafr bestehe, eine Gemeinschaft, die eine breite Grundlage für ein friedliches, von gegenseitiger Liebe und Duldung getragenes und aus die allgemeine Wohlfahrt gerichtetes Zusammenwirken darbiete. In der That, wie verschieden auch die Art und Weise sein mag, wie wir Gott verehren, in dem Einen — und das ist es, worauf es für unser Zusammenleben im Staat und in der Gesellschaft allein ankommt — in dem Einen sollten wir alle übereinstimmeu, daß die schönste Art, Gott zu verehren, darin besteht, daß ein Mensch dem andern Liebe erweise, das einer den andern achte, daß wir die kurze Zeitspanne, die uns auf Erden gegönnt ist, nicht mit Haß und Zwietracht ausfüllen, sondern zu gegenseitiger Unterstützung und Beglückung benützen in dem Geiste, wie es Goethe ausgesprochen: „edel sei der Mensch und hilfreich und gut, denn das allein unterscheidet ihn von allen Wesen, die wir kennen!" Aus Schloß Kronöerg. In dem alten Schloß Cronberg, das sich hoch auf dem Bergkegel über dem gleichnamigen Städtchen erhebt und auf Friedrichshof, den herrlichen Landsitz, herabblickt, den die edle Kaiserin Friedrich mit kunstfreudiger Hand geschmückt hat, hat in vergangenen Zeiten ein Geschlecht gesessen, das mehr als einmal in die Geschichte des Maingaus und des Taunus Gebietes mit starker Hand eingegriffen hat. Dasselbe tritt zum erstenmale im XII. Jahrhundert auf und erlosch im Mannesstamm erst im Jahre 1704 mit Johann Nikolaus Cronberg. In weiblicher Linie sind die

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