Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 22 (1902)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1902)
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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— 16 — „Aber eines betrachtete ich gewiß über allen Zweifel erhaben: Die Bewegung wird anhalten. Ich weiß nicht, wann ich sterben werde; aber der Zionismus wird nicht sterben. Seit den Tagen von Basel (1897) hat das jüdische Volk wieder eine Volksvertretung; später wird der „Judenstaat" i» seinem eigenen Lande erstehen. Ich bin jetzt am Werke, die Bank ins Leben zu rufen, und ich erwarte, daß sie sich als ein ebenso großer Erfolg wie der Kongreß erweisen wird." Weber die Woeste der Wsal'men. Aus einem ron vr. David in Düsseldorf gehaltenen Vortrag. Die Bibel ist für uns auch heute noch, wenn wir sie nur richtig zu lesen verstehen und durch die zeitliche Hülle in ihren ewigen Kern einzudringen vermögen, eine Quelle des Lichts und der Wärme für Geist und Geniüth. Wie gewaltig auch der Aufschwung der Wissenschaften in dem abgelaufenen Jahrhundert gewesen ist, wie sehr sie sich auch nach Höhe, Tiefe und Weite ausgedehnt haben, was sie uns lehren und erklären können, ist doch nur das Endliche, das, was räumlich und zeitlich begrenzt ist; die höchsten Fragen des menschlichen Herzens finden auch in ihren Aufschlüssen keine hinreichende Befriedigung und jedenfalls keine bessere und beglückendere Antwort als die, die uns in der Bibel gegeben wird. Darum verdient die Bibel auch heute noch mit recht den Namen „Das Buch". Es ist das Buch der Welt, es ist das große, das einzige Buch, das der ganzen Menschheit gehört, es ist das Buch, das alle andern Bücher wie der Himmel die Erde überragt, eS ist das Buch der Bücher, so umfassend, so lehrreich, so ewig und unvergänglich wie das Buch der Natur selbst, das Buch tief und unergründlich wie das Meer, aus dem zahllose Geschlechter in der Vergangenheit ihre höchste Erkenntnis und Erbauung geschöpft haben und in aller Zukunft schöpfen werden. Von allen Büchern des alten Testamentes aber ist neben dem fünften Buch Mosis, in welchem der Menschheit zum erstenmal die Grundgebote aller Sittenlehre verkündet wurde, keines von gleichem Reichtum und gleicher Erhabenheit des Inhaltes und darum auch keines von gleicher Bedeutung für die betende Menschheit als die Psalmen, die mit Recht das „Herz" der Bibel genannt wurden. In der That ist dieses Gesangbuch Israels das Gesangbuch aller Völker des Christentums geworden und bis auf den heutigen Tag geblieben, und die hervorragendsten Kirchenväter, Theologen und sonstigen Gelehrten» soweit dieselben tiefer in das Verständnis der Psalmen eingedruugen sind, stimmen alle in den verschiedensten Tönen in dem Zeugnis überein, daß der religiöse und poetische Wert derselben hocherhaben sei über alle ähnlichen Geistesschöpfungen aller Völker und Zeiten, die klassischen Dichtungen der Griechen und Römer nicht ausgenommen. Der tiefe Gehalt der Psalmen, die ebenso tief empfundenen wie