Mannheim
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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1901-12-01 · Heft 12 (1.12.1901) · p. Seite 279

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
21 (1901)
Issue
Heft 12 (1.12.1901)
Date
1901-12-01
Page
Seite 279 (sequence 15)
Language
German
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nach Mannheim, der Heimat des Unglücklichen überführt, wo auf dem israelitischen Friedhof die Beisetzung erfolgte. — Die Universitäts-Bibliothek in Heidelberg hat zu ihrer reichen Papyrusschätzen kürzlich einen 27 Blätter starken Septuaginta Uncial-Codex auf Papyrus aus dem 6.-7. Jahrhundert erworben Die vor etwa 10 Jahren von Theodor Graf in Egypten angekauften Fragmente enthalten Sacharja Kap. 4—14 und Maleachi 1—4. — Am 15. Oktober wurden es 25 Jahre, seitdem Herr Seminarlehrer Jakob Feinstein an der Marks-Haindorf'schen Stiftung in Münster ihätig ist. Es wurden dem verdienten Manne viele Zeichen ehrenvoller Anerkennung zu teil. — Am I. Oktober waren es hundert Jahre, seitdem Zacharias Frankel der deutschen Judenheit geschenkt wurde. Au diese Thatsache knüpfte Herr Rabbiner Dr. Winter in Dresden in seiner Schemini-Azereth-Predigt an und entwarf vor versammelter Gemeinde ein leuchtendes Bild seiner rabbinischen Thätigkeit, die zwei Jahrzehnte zum Heil und Segen der Gemeinde währte. In Anlehnung an den Spruch „Vollkommen sollt ihr mit dem Ewigen sein" zeichnete der Redner in warmer Begeisterung und trefflicher Beredtsamkeit die Persönlichkeit Frankels, seine organisatorische und politische Thätigkeit zu Gunsten der sächsischen Juden, seine gewaltige Arbeit im Dienst der jüdischen Wissenschaft, sein mildes, friedenspendendes Wesen in der Überbrückung der religiösen Gegensätze. — In Frankfurt a. M. wurde vom 29. Oktober ab durch einige Tage der 70. Geburtstag des Begründers der „Frankfurter Zeitung", des Herrn Leopold Sonnemann unter großer Anteilnahme weiter dortiger und auswätiger Kreise gefeiert. Sonnemann hat fast durch ein halbes Jahrhundert für Aufklärung und Bildung segensreich gewirkt und genießt als Journalist, Politiker, Finanzmann und Mensch mit Recht die Hochachtung und Verehrung, die ihm aus diesem Anlasse entgegengebracht wurden. Mögen dem rüstigen Manne, der sich noch jugendlicher Geistesfrische erfreut, noch viele Jahre erfolgreichen Wirkens beschieden sein. — Im Alter von 72 Jahren starb am 25. Oktober in Hannover Herr Julius Kaufmann. Der Verstorbene bekleidete seit langen Jahren die verschiedensten Ehrenämter in der Synagogen-Gemeinde und war seit etwa 10 Jahren erster Vorsteher derselben. Sein vornehmer gerader Charakter, sein ideales Streben haben ihm in allen Kreisen eine achtunggebietende Stellung verschafft. An seinem Sarge gaben sein Schwiegersohn Herr Dr. Caesar Seligmann, Herr Landrabbiner Dr. Gronemann und Herr Seminar-Direktor Dr. Knoller der Trauer tiefempfundenen Ausdruck. — Für die beiden ehemaligen Reichs- und Landtagsabgeordneten Lasker und Bamberger wird jetzt ein Grabdenkmal auf dem Friedhof Schönhauser Allee in Berlin zur Aufstellung gelangen. Es ist in poliertem norwegischem Labrador angefertigt und besteht aus zwei großen kannelierten dorischen Säulen mit Bronzegurten, dazwischen ist eine Brüstung, auf die eine mächtige Widmungstafel zu stehen kommt. Die beiden Grabstellen werden mit. einer vier Quadratmeter großen, reichverzierten Gruftplatte bedekt, und das Ganze mit einem Gitter eingefriedigt. Die Fertigstellung erfolgt unter der Anleitung des

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