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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1901-12-01 · Heft 12 (1.12.1901) · p. Seite 278

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
21 (1901)
Issue
Heft 12 (1.12.1901)
Date
1901-12-01
Page
Seite 278 (sequence 14)
Language
German
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278 jenen Gassen Mittelitaliens, und der scheint mir sehr wesentlich zu sein. Die italienischen Kupferstücke sind meist erbettelt, die Cente int Amsterdamer Ghetto sind verdient. Denn zäh und unermüdlich, erfüllt vom Handelsgeist und Erwerbssinn sind hier die Leute; sie geben sich ganz der Arbeit hin, vom frühen Morgen bis zum späten Abend laufen sie von einem Ende der Stadt zum anderen, den Karren vor sich herschiebend und rufen und schreien, um aus dem Verkaufe ihrer Waren das erbärmliche Leben des Ghettos gewinnen zu können. Wir verlassen die Seitengassen und biegen wieder in die -locken Lreeetraat, da stehen wir vor einem Hause, das eine einfache Gedenktafel schmückt. Voll Andacht lesen wir, daß hier der große holländische Maler Rembrandt, hier in dem alten Ghetto 1640—1656 gewohnt hat- Vielleicht brauchte er das Ghetto, er, dem das bunte, vielgestaltige Lebe» zu einer künstlerischen Offenbarung wurde, dem dieses Anschauen des Lebens so nötig war. Monatsschau. In Lüneburg wurde am Hause des Rentiers Wahlstab eine Tafel zum Andenken an Heinrich Heine angebracht. Die Tafel, aus schwarzem, schwedischem Granit, trägt die Inschrift: „Hier wohnte und dichtete Heinrich Heine." Die Eltern Heine's wohnten 1822—28 in Lüneburg. Heine selbst hat siebenmal kürzeren oder längeren Aufenthalt in Lüneburg genommen. — Der „Juliusturm" zu Spandau tritt unter dieser bisher rätselhaften Bezeichnung zuerst im Jahre 1557 auf, als Balzer von Schöning, der damalige Hauptmann in Spandau, beim Kurfürsten Joachim II. beantragte, den „Juliusthurm" mit einem Dache versehen zu lassen. Ursprünglich wurde er von den Spandauern gemeinhin der „Judenturm" genannt, und als solcher noch in einem Schriftstück aus dem Jahre 1386 erwähnt. Diese Bezeichnung führt auf das Jahr 1356 zurück, in dem Markgraf Ludwig (der Römer) seinem „getreuen Kammerknecht" Fritzel das Turm- oder Wächteramt auf dem damaligen Burg- und Schloßthurm zu Spandau als Erblehen verlieh. Kammerknechte aber hießen die damals unter dem Schutze des Landesherrn stehenden Juden, und so entstand denn der Name „Judenturm", wie beispielsweise in Berlin der „große und kleine Jüdenhof" in der späteren Jüdenstraße an die ältesten Wohnstätten der Juden erinnern. Im Verlauf der Zeiten und nachdem das Turmamt wieder an Christen übergegangen war, fand man für die alte Bezeichnung wohl keine Erklärung mehr, und so mag der noch heute geltende Name entstanden sein, den man irrigerweise mit dem Zuge Julius Cäsars nach Germanien in Verbindung brachte, indem man den Thurm als eine Gründung Cäsars betrachtete. — Die Leiche des ermordeten Landrichters Dr- Ladenburger wurde von Riva über München

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