Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 21 (1901)
- Issue
- Heft 10 (1.10.1901)
- Date
- 1901-10-01
- Page
- Seite 240 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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240 einer Religionsschule bestanden hat und vom vorigen Landesrabbiner Hirsch bestätigt war, ist seit einigen Wochen geschlossen worden. Die Folgen davon sind, daß die hiesige Schuljugend einer Demoralisation ausgesetzt ist, die, wenn sie noch länger dauert, kaum heilbar sein dürste. Die Denuncianten lauern auf jeden Schall und Tritt, daß es nicht einmal möglich ist, auf eine eingehende Weise den Neligionsunterricht zu erteilen. Wir finden es um so nötiger, die Schließung der Schule als ungesetzlich erklären lassen, als die Behörde durch diese Thatsache den Bestand der Schule in Frage stellt. Ich bin überzeugt, daß Sie im Interesse der des Religionsunterrichtes beraubten Jugend die Wiedereröffnung der Religionsschule mit Energie und Nachdruck bei der betreffenden Behörde betreiben werden. Lundenburg, 22. Januar. 1852. Mit Hochachtung E. E. Graetz. In Kremsier wurden bedauerlicherweise viele Steine des alten Friedhofes zertrümmert, die Antiquitäten, alte Tempelvorhänge, Leuchter, sowie ein auf Pergament geschriebenes, für den Borbeter bestimmtes Gebetbuch mit Glossen von Rabbiner Pinchas Kohn an einm Antiquitätensammler aus Frankfurt verkauft (S. 94). Die sehr schätzenswerte Arbeit schließt mit einer ausführlichen Biographie David Kaufmann'?, geboren am 6. Juni 1852 in Kojetein. Kaufmann erzählt von einem epochalen Ereignisse» daß dort einst eine Deputation aus Neutra über Sabbath weilte, um den Rabbiner Brüll predigen zu hören und ihn für ihre Gemeinde als Rabbiner zu wählen. Die Herren der Deputation, sieben an der Zahl, wurden beim Rabbiner zu Tische geladen. Doch gleich beim ersten Gange entspann sich eine heftige Debatte — Suppe wurde über geröstete Brotkrümchen gegossen — ob das Ueberkochen am Sabbath statthaft sei, Der ihnen zu freisinnig denkende Rabbiner Jakob Brüll wurde fallen gelassen, auch weil die Kinder des Rabbiners, Nehemias, Adolf und Johanna Klavier spielten nach Angabe des Zeloten Mosche Schönfeld, sogar ehe die Sterne am Himmel standen, also vor Sabbathschluß. In der That war es aber weder die Suppe noch das Klavier, die Herrn Schönfeld verstimmten, sondern die stupende Talmudgelehrsamkeit des Herrn Rabbiner Brüll, von dem er mit Recht fürchtete, daß er feinen Bruder R. Mordche Schönfeld, genannt Koth, den Rabbinats-Assessor von Neutra, zu sehr in Schatten stellen würde. Inhalt: „Sage mir doch, worin deine große Kraft besteht". (Richter 16, 6.) Aus einer Rede, gehalten am Bersöhnungstage im israelitischen Tempel zu Hamburg von Dr. Caesar Seligmann. — Die Mission des Judentums im zwanzigsten Jahrhundert. — Das Gebet Unsane Tokef. Bon Jaroslav Brchücky. Aus dem Böhmischen übersetzt von I. S. Kraus. — Kaiserin Elisabeth und das Kol-Nidre. — Das Wasserfest am Laubhüttenfeste.. — Leopold Löw und seine Freunde. — Monatsschau. — Referate und Mitteilungen. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber vr. Adolf Brüll; in Kommission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Auffarth; Druck von H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.