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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1901-09-01 · Heft 9 (1.9.1901) · p. Seite 211

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
21 (1901)
Issue
Heft 9 (1.9.1901)
Date
1901-09-01
Page
Seite 211 (sequence 19)
Language
German
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211 Schule" an; in dem von ihm gepflegten Genre aber hat Engel seinerzeit viel Schönes und Gutes geschaffen. Nach mancherlei künstlerischen Erfolgen, die er im Auslande gefeiert, kehrte Engel in sein Vaterland heim- Er ließ sich in der Hauptstadt bleibend nieder und hier ist er sanft ins Jenseits hinübergeschlummert. Joseph Engel wurde im Jahre 1815 als der Sohn armer jüdischer Eltern geboren. Diese wollten ihn anfangs zni» Rabbiner heranbilden lassen, und als er fünfzehn Jahre alt geworden war, schickten sie ihn nach Preßburg, wo er seine theologischen Studien fortsetzen sollte. Er blieb aber nur ein Jahr in Preßburg und ging dann nach Wien, wo er Drechslerlehrling wurde. Sein Meister sah, daß der Junge Talent zum Holz- und Beinschnitzen habe, und ermöglichte ihm, die Kunstakademie zu besuchen. Hier bildete er sich vom einfachen Steinmetzgehilfen zum Bildhauer heran. Die von ihm verfertigten Büsten der Königin Viktoria' und des Prinz-Gemahls Albert lenkten die Aufmerksamkeit des damalige» österreichischen Botschafters Fürsten Esterhazy auf den jungen Mann. Er ließ ihn in die Bildhauerakademie einschreiben, wo Engel wieder mehrere Jahre verbrachte und abermals in einigen Konkurrenzen den Sieg davontrug. Sein erstes größeres Werk war die Statuengruppe „Amazonenkampf", die vom Prinzen Albert um 600 Pfund Sterling angekauft wurde. Die Gruppe steht im königlichen Schlosse auf der Insel Wight. 1847 ging Engel nach Rom, wo er dann volle zwanzig Jahre verbrachte. Es war das die fruchtbarste und erfolgreichste Epoche seiner Thätigkeit. Der Einfluß der vatikanischen Skulpturen wirkte befruchtend auf ihn ein. Gleich in den ersten Jahren seines römischen Aufenthaltes modellirte er den „Gefangenen Amor", die „Unschuld" und eine Menge mythologischer und idealer Figuren, die durch die Anmut der Formen und die weichen Linien auffielen. Auf den öffentlichen Ausstellungen figurierte Engel stets als ungarischer Bildhauer. 1857 stellte er in Manchester die „Parze" aus, die der Londoner Lordmayor Salamon bei ihm bestellt hatte. Auf der Wiener Weltausstellung 1873 waren sechs Werke Engel's zu sehen. Mit einem derselben, der „zum Leben erwachenden Eva", gewann er die große goldene Medaille. In Rom verfertigte er auch die Vollstatue des Feldmarschall - Lieutenants Grafen Franz Nädasdy, die im Wiener Arsenal aufgestellt wurde. Unter den Besuchern seines römischen Ateliers befanden sich: der König und die Königin von Preußen, der Prinz von Wales, König Ludwig von Bayern und viele andere Persönlichkeiten. Nach ZOjährigem Aufenthalte im Auslande kehrte Engel Ende 4866 nach Ungarn zurück, da er unter 19 Konkurrenten mit der Ausführung des Szochenyi - Monuments betraut worden war. Ein Teil der Jury hatte sich für das Jzsöffche Modell erklärt und es gab eine heftige Polemik. Durch den zur Ueberprüfung der Modelle ersuchten Berliner Bildhauer Albert Wolff wurde der Wettstreit zu gunsten Engel's entschieden. Die Enthüllung des Denkmals, das 120000 Gulden kostete, fand im Jahre 1880 statt. Von den in Budapest verfertigten Skulpturen Engel's befinden sich die Büsten Maria Theresia's und Peter Püznmuy's im Besitze des National-

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