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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1901-09-01 · Heft 9 (1.9.1901) · p. Seite 207

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
21 (1901)
Issue
Heft 9 (1.9.1901)
Date
1901-09-01
Page
Seite 207 (sequence 15)
Language
German
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207 sind außer den nnsrigen nur die Exemplare im Londoner Britischen Museum bekannt. Das kleine Gebetbuch nach römischem Ritus, in Fano 1503 gedruckt, sucht seinesgleichen nur in der Wiener Hofbibliothek. Vom Machsor Romagna (Griechenland), Venedig 1529, dürfte gleichfalls nur noch ein einziges weiteres Exemplar existieren. Wertvolle Bereicherungen erhält auch die Abteilung der jüdisch-deutschen Schriften durch hie Legendenwerke (Maa8sc-Bücher) in den Ausgaben von Prag und Wilhermsdorf. Als Unikum wird in dieser Abteilnng die ethische Schrift Orech Jamin des Samuel Benveniste, Venedig 1599, zu bezeichnen sei». Für die Gruppe der synagogalen Musik, welche unlängst durch eine größere Schenkung des Herrn Ch. Hallgarten eine erhebliche Erweiterung erfahren hat, bildet das Notenwerk des Salomo de Nossi, Venedig 1623, das einzige hebräische aus älterer Zeit und nur in wenigen Exemplaren erhalten, einen schätzenswerten Zuwachs. Von hervorragender Wichtigkeit sind die Ergänzungen, welche die beiden großen Abteilungen der anonymetl Werke und der Autoren erfahren. Der kleine Briefsteller, Augsburg 1534, von dem das einzige sonst noch bekannte Exemplar mit der Zunz'schen Bibliothek nach Ramsgate gekommen ist, ergänzt unsere Sammlung von Augsburger hebräischen Drucken dahin, daß ihr jetzt nur noch zwei Werke fehlen. Von den hundert Drucken aus den Jahren 1500 bis 1540, welche die Stiftung «nthält, sind allein 36 in Konstantinopel entstanden. Darunter ist Unikum das Werk Abkat Rachel, Konstantinopel 1517, sehr selten die Ausgaben der Meeliilta und des Sifra, ebenda 1515. In das Reich der Curiosa endlich gehört die auf rotem Papier gedruckte und mit Holzschnitten geschmückte PeßachHaggada, Prag 1717, und das auf blauem Papier mit roten Typen gedruckte Gebetbuch nach spanischem Ritus, Amsterdam 1715. ■ Alle Cimelien einzeln aufzuzählen, muß dem zu druckenden Verzeichnis Vorbehalten bleiben. Nur die oft kunstvollen Einbände und Buchschließen, die der Sammlung zur Zierde gereichen, seien noch besonders erwähnt. Möge das verdienstvolle Beispiel der Stifterin weitere Nachahmung finden und die jetzt schon so bedeutende Sammlung unserer Hebraica zu immer schönerem Ausbau gelangen." Herr Benedikt Goldschmidt in Frankfurt a. M. hat zum Andenken an seine verstorbene Gattin 30000 Mark an den Verein zur Verteilung von Frühstück an arme Schulkinder geschenkt. — Der bekannte Antisemit Ulrich Dühring brachte in seiner Zeitschrift „Personalist und Emanzipator" No. 28, 1900 einen interessanten Artikel, aus dem wir folgendes hervorheben: „Die Lösung der Judenfrage ist so lange unausführbar, so lange die Völker durch das von Juden eingeführte Christentum in ihrer geistigen Anschauung zu jüdischen Ansichten gebannt sind und in jüdischem Berherrlichungswahn fortleben. Geistig ist der Christ hebräesiert und verjudet. Ehe dieses Stück An- und Durchjudung der neueren Völker nicht beseitigt ist, läßt sich auf eine nachhaltige Vernichtung des Hebräismus und auf ein Verschwinden des Judentums nie und nirgends rechnen. Der jüdische Nationalismus rühmt sich sogar, das Christentum aus sich heraus

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