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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1901-08-01 · Heft 8 (1.8.1901) · p. Seite 189

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
21 (1901)
Issue
Heft 8 (1.8.1901)
Date
1901-08-01
Page
Seite 189 (sequence 21)
Language
German
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6) Elieser Mendel Tanta, von 1684—1690, gestorben den 9. Juni 1690. 7) Gabriel Eskeles, gestorben am 4. Febr. 1718, wirkte von 1609—1718. i 8) Moses Lemberger (Lewuw), gestorben am 28. Dezember 1757, wirkte von 1718—1757. 9) Gerson Pillitz, gestorben am 21. Febr. 1772, wirkte von 1757—1772. 10) Samuel Schmelke Hnrwitz, gestorben am 28- April 1778, wirkte von 1772—1778. 11) Gerson Chajuth, gestorben am 13. März 1789, wirkte von 1778—1789. 12) Mordechai Benet, gestorben am 12. August 1829 in Karlsbad, nach Nicolsburg überführt und begraben am 12. Adar 1830, wirkte; von 1789—1829. 13) Salomo Qetsch, gestorben am 30. Januar 1856, wirkte ) von 1855—1856. Die Lücke vom Jahre 1829 — 1855 füllen R. Nachnm Trcbitsch, der in Prag und Rabb. Samsou Rafael Hirsch, der in Frankfurt a. M. starb, aus. 14) Meir Feuchtwang, gestorben am 19. Januar 1888, wirkte von 1861—1888 als Localrabbiner von Nicolsburg. Nach der Berufung des Rabb. Hirsch nach Frankfurt a. M. kam das Landesrabbinat nach Boskowitz. Träger j desselben war Abraham Placzek, welcher am 10. Dezember 1884 starb; derselbe wirkte vom Jahre 1841—1884. — Vor einiger Zeit wurde die Lehrerin Katharina ) Dürisch, gegen welche der ehemalige Reichstag-Abgeordnete Geza Onody die Strafanzeige erstattet hatte, wegen Kindes-Unterschiebung zu zwei Jahren Zuchthaus - verurtheilt. Wie bei der Verhandlung festgestellt wurde, hat Onody, bekanntlich der Haupt-Faiseur der Tißa-Eßlar-Affaire. die Dürisch verführt, und, während er \ das sehr intime Verhältniß mit ihr unterhielt, geduldet, daß sie gleich intimen Verkehr mit einem Anderen pflegte. Allem Anscheine nach droht diesem Antisemitenhäuptling noch eine andere Enthüllung, welche größeres Interesse beanspruchen .« darf. Die Tageszeitungen veröffentlichen ein Schreiben, das die Dürisch aus dem; Gefängniß an ihren Vertheidiger Karl Eötvös gerichtet hat. In demselben erklärt sie: „Ich habe noch ein Geheimniß. Derselbe Geza Onody, dem ich mein Unglück meinen Ruin zu verdanken habe, wird noch der Held eines sensationellen Strafj Prozesses sein. Ich werde es beweisen, daß Onody im Jahre 1882 die Esther j Solymosi aus Tißla-Eßlar verschwinden ließ." Man kann auf die Entwickelung 1 der Angelegenheit gespannt sein. Kann es zwar keinem Zweifel unterliegen, daß - die Leiche der Esther Solymosi in der Theiß gefunden wurde, so war bisher nicht ] festgestellt, ob sie freiwillig in den Tod ging oder, eben zur Anzettelung der i „Ritualmord"-Äffaire, bei Seite geschafft wurde. — Der Bischof von Kaschau, j Sigmund v Kulms, feierte vor Kurzem seinen achtzigsten Geburtstag. Unter den 1 zahlreichen Glückwünschen, welche dem greisen Kirchenfürsten aus diesem Anlasse i zukamen, befand sich auch ein Gratulationsschreiben der Kaschauer Judengemeinde. Der Bischof beantwortete dasselbe, mit folgenden bemerkenswerthen Ausführungen: „Ich that nichts Anderes, als daß ich, so weit es in meiner Macht lag, mich i treulich bestrebt habe, meine Mission zu erfüllen. Zu derselben gehört auch die : Pflege der Liebe und Toleranz auch denjenigen gegenüber, die Gott, unseren ge-

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