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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1901-08-01 · Heft 8 (1.8.1901) · p. Seite 188

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
21 (1901)
Issue
Heft 8 (1.8.1901)
Date
1901-08-01
Page
Seite 188 (sequence 20)
Language
German
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188 Gerichtstische entfernt sei. Der Bericht beruht leider auf Wahrheit. Es soll aber nicht übergangen werden, daß daS Verhalten des der ecclesia pressa angehörigen Anwaltsgehilfen auch von jüdischer Seite als äußerst bedauerlich bezeichnet werden muß und auch charakterisirt worden ist; wer selbst Achtung für seine eigene religiöse Ueberzeugung verlangt, muß diejenige Anderer, gleichgiltig ob sie Angehörige der Mehrheit oder Minderheit sind, ganz besonders schonen. — Die Monatsschrift „Jüdische EhroniK", herausgegeben von Rabbiner Dr- Kurrein in Teplitz, hat ihr Erscheinen eingestellt. — In Liptü-Sst-Wiklös (Ungarn) starb vor drei Jahren ein Mann Namens Herz, der allgemein für einen Bettler galt, und von dem die israelitische Gemeinde zu allgemeiner Ueberraschung 500,000 Kronen erbte. An diese Erbschaft war die Bedingung geknüpft, daß das Geld zu kulturellen oder wohlthätigen Zwecken verwendet werden solle. Es wurde beschlossen, aus diesem Fonds eine Mittelschule zu errichten, und der Unterrichtsminister gab hierzu seine Zustimniung. Jüngst erschien eine Deputation der israelitischen Gemeinde beim Minister und bat um eine Subvention zur Errichtung eines Gymnasiums. Sie erhielt die Zusage, daß der Staat eine Subvention von 60,000 Kronen zum Bau ertheile, doch solle vorerst nur ei» Untergymnasium errichtet werden. — Aus Eonstantinopel wird gemeldet: Der Sultan empfing am 17. Mai nach dem Selamlik den Präsidenten des zionistischen Actionscomitös Dr. Theodor Herz! und die Herren Marmorek und Wolffsohn in 21/a stündiger Audienz. Dr. Herzl wurde vom Sultan durch Verleihung des Großcordons des Medschidje-Ordens ausgezeichnet. — Nach den Ergebnissen der letzten Volkszählung leben in Wien unter 1.674,957 Einwohnern 146,926 Juden. — Aus Aernowih berichtet mau: Herr Dr. Burstyn, ein Sohn des Serether Rabbiners Burstyn, geht daran, den Talmud mit Raschi- Commentar in deutscher Uebersetzung herauszugeben. Das Werk soll in Monatsheften erscheinen und den ganzen Talmud umfassen. Bei der Tüchtigkeit des Herrn Dr. Burstyn ist anzunehmen, daß seine Talmud-Uebersetzung überall mit Freude begrüßt werden wird. Der Preis eines Monatsheftes ist auf 1 Mk., die Prachtausgabe auf 2 Mk. festgesetzt. Bestellungen sind zu richten „an die Redaction der Talmud-Uebersetzung in Czernowitz, Bukowina." — Aus einer erschienenen im Gedenkbuche für den vor ungefähr zwei Jahren verstorbenen Prof. Dav. Kaufmann veröffentlichten Arbeit über Epitaphien mährischer Landesrabbiner, welche selbst ein kleiner Theil der in Vorbereitung befindlichen Gesammtherausgabe der Nikolsburger Epitaphien sind, entnehmen wir die Wirkungszeit wie auch die Sterbedaten der mährischen Landesrabbinen: 1) Jehuda Löb Eulenburg, wirkte von 1574 bis 1618, starb am 7. Januar 1618. 2) Petachjah den Josef, von 1618 bis 1637, starb am 15. April 1637. 3) Menachem Mendel, Krochmal, von 1648 bis 1661, starb am 2, Januar 1661. 4) Ahron Jakob ben Jecheskel Charif, von 1661—1671, gestorben am 31. März 1671. 5) Jehuda Arjeh Löb Krochmal, Enkel des Menachem Mendel Krochmal, gestorben am 17. Mai 1684, wirkte von 1672—1684.

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