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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1901-08-01 · Heft 8 (1.8.1901) · p. Seite 181

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
21 (1901)
Issue
Heft 8 (1.8.1901)
Date
1901-08-01
Page
Seite 181 (sequence 13)
Language
German
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müssen, das Thierreich durch die Wolle, das Pflanzenreich durch die Leinen, das Mineralreich durch seinen Metallring, der dabei war, und so standen sie zusammen mit dem Sterukulte in enger Beziehung. Ibn Lsru (gest. 1167) gibt in seinem Pentatench-Commentar * *), für das elftere Verbot zwei Gründe an, von denen der eine der ist, daß wir uns nicht des von der Natur uns verliehenen Haarschmuckes berauben sollen. Der als Interpret der Kantischen Philosophie bekannte Laz. Bendavid (geb. 1762 in Berlin, gest. das. im Jahre 1832) erklärt') das Schaatnes-Berbot folgenderweise: „Der Gesetzgeber verbot den Juden blos die äußerst theuern Linclonos zu tragen, weil dadurch ein Luxus bei dem Volke eingeschlichen wäre, der mit der von ihm bezielten Sitteneinfalt durchaus in keinem Einklang gestanden haben würde. Ueberdies hätte der Ankauf dieser seltenen Kleider das Volk zu einem Verkehr mit den Egyptern führen können, welches der Gesetzgeber, wie wir oft gesehen haben, auf alle Weise verhindern wollte." Es war vorauszusehen, daß solche und ähnliche reife Ideen in einer so rohen und fanatischen Zeit zu äußern gefährlich sei. Maimunis „More", dies Buch, das sich zur Aufgabe macht, das herauszusagen, was die Weisen verschwiegen, das die Seelen der Leser entflammt und den Fanatismus blosstellt, das die Feigheit der Gesinnungsverlengnung brandmarkt und den Abergläubigen zum lauten Bekenntnis seiner Ueberzeuguug auffordert, besonders dieses Buch wurde bald in den Augen der Gegner als ein verworfenes angesehen und hatte auf allen Seiten Widerspruch erregt. Was nun die Quellen betrifft, deren sich Maim. bei Abfassung seiner Werke bedient haben mag, ist schon deshalb nicht leicht anzugehen, da M. bekanntlich in der Ausführung der von ihm benutzten Quellen sehr zurückhaltend ist, und jüdische Autoren bei ihm nur äußerst selten citirt werden.') Doch sind als Vorgänger und Lehrer des Maimonides nach den neueren Forschungen theils mit Bestimmtheit, theils mit Unsicherheit, folgende angegeben: Saadia (arabisch Said) b- Joseph aus der Stadt Fajum in Oberägypten, (geb. 892, gest. 942), der erste Begründer einer jüd. Wissenschaft unter den Rabbaniten, und der erste Schöpfer einer Religionsphilosophie im Mittelalters) Salomon Ibn G'ebirol *) Zu Lev. 19, 27. *) In der Zeitschr. „Schulamith" Jahrg. III, Bd. II., S. 1—8. 8) Vergl. Prof. Bacher „Die Bibelexegese Moses Maimunis" (Straßburg 1897) S. 171 und Bardowitz „Die rationale Schriftauslegung des Maimonides" (Berlin 1893) S. 10. *) Bardowitz a. a. O. F. 11, Anmerk. 19 giebt die Bedeutung und Erklärung des „Kalam", als dessen Anhänger Saadia von M. bezeichnet wird, in Folgendem: Diejenigen, welche nicht bei dem einfachen Glauben an die Aussprüche des Koran stehen blieben, sondern dieselben ihrem Nachdenken unterstellten, eine Auseinandersetzung und Erläuterung, einen Kalam (somro oratio) darüber machten, wurden Mutakallim genannt. Diese zerfielen in sehr vielen Sekten — 73 sollten ihrer nach Scharastani gewesen sein — von denen die Mutazila, d. h. die sich vom rechten Glauben lossagenden und die rechtgläubigen Ascharija

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