Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 21 (1901)
- Issue
- Heft 8 (1.8.1901)
- Date
- 1901-08-01
- Page
- Seite 180 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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180 Bildung des menschlichen Körpers und die der Thiere, der Pflanzen und Minerale aus den vier Elementen erfolgte, indem alle vier durch die göttliche Kraft zu einem dichten, den fünf Sinnen wahrnehmbaren Körper sich vereinigten, auch eine Bildung aber blos aus zwei Elementen ans Feuer und Luft zustande kam, in einem Körper der nicht fühlbar und für die Sinne nicht wahrnehmbar ist, gleich wie die Thierseele, die ebenfalls infolge ihrer Feinheit sinnlich nicht wahrnehmbar ist. Dieser Körper ist geistiger Art und schwebt wegen seiner Feinheit und Leichtigkeit im Feuer und in der Luft. Wie nun aber bei den vier Elementen die Zusammensetzung Ursache des Entstehens und Vergehens der Dinge ist, so ist dies auch der Fall bei der Zusammensetzung aus zwei Elementen- So lange dieselbe währt, lebt der Körper, er stirbt jedoch, wenn sie aufhört. Aus diesem Grunde äußern sich die Rabbinen (Chagiga 16 a): „Sechs Dinge gelten von der Natur der Dämonen: in dreien gleichen sie den Engeln und in dreien den Menschen. Sie haben Flügel, schweben umher und wissen, d. h erfahren das Zukünftige im voraus, wie die Engel; nehmen Nahrung auf, pflanzen sich fort und sterben wie die Menschen. Ursache des Todes ist, wie bei allen Zusammensetzungen die Auflösung. Ursache des Schwedens die Leichtigkeit der Bestandtheile, wie wir dies schon bei den Vögeln sehen. Sie fliegen beim Ueberwiegen der feurigen und luftigen Bestandtheile, und um so leichter können die Dämonen, denen die schweren Bestandtheile gänzlich fehlen, ohne zu ermüden, umherschweben. Ihre Speise besteht darin, daß sie aus dem Feuer und Wasser Gerüche und Dämpfe aufsaugen in der Weise, wie Feuer Wasser aufleckt. Dies ist der Grund, weswegen die Nekromanten den Dämonen Räucherungen darbringen. Sie bedürfen der Nahrung, weil das atmosphärische Feuer ihren Leib austrocknet, in gleicher Weise, wie die Menschen müssen sie die verlorenen Stoffe durch Speise ersetzen Die Zukunft erfahren sie bei ihrem Umherschweben im Äther von den daselbst befindlichen Fürsten der Planeten d. i. von den Vorgesetzten des (Tali) Drachen. Von dort > aus verkünden sie durch die Vögel die Zukunft, wie es durch Zauberei erprobt ist. Jedoch kennen sie nicht die späte Zukunft, sondern nur die nächste. So behält das Sprichwort Recht, daß sie keinen Nutzen gewähren, denn sie sind nicht imstande den bevorstehenden Schaden abzuhalten, noch vermögen sie die ferne Zukunft voraus zu verkünden, so daß der Mensch, wenn er sie wüßte, sich in Acht nehmen könnte." Das Verbot, das Haupthaar ringsumher zu scheren und die Ecken des Bartes zu zerstören'), begründet Mail», damit, daß es eine Sitte der Götzenpriester war, aus welchem Grunde auch das „Schaatnes" (ein von Wolle und Linen zusammengewebtes Zeug) verboten nmrbe2), da die Götzendiener solche Kleider zu tragen pflegten. In diesen Kleidern haben alle drei Naturreiche vertreten sein ‘) Lev. 19, 27. ') ibid. 19, 19; Deut. 12, 11.