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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1901-08-01 · Heft 8 (1.8.1901) · p. Seite 179

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
21 (1901)
Issue
Heft 8 (1.8.1901)
Date
1901-08-01
Page
Seite 179 (sequence 11)
Language
German
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179 den bestimmten Stern sei, der an demselben, an diesem Spruche, an dieser Räucherung (von Blättern einer gewissen Pflanze oder Haaren eines gewissen Thieres) Wohlgefallen finde und deswegen das Verlangte in Erfüllung bringe. Da aber der Zweck des ganzen Gesetzes und die Pole, um welche dasselbe sich dreht, darin bestehen, daß der Götzendienst und sein Andenken vertilgt werde, daß man auch keinem Sterne einen schädlichen oder nützlichen Einfluß auf die Angelegenheiten des Menschen zuschreibe, weil diese Ansicht zu Sterndienst verleitet, so inußte nothwendig jeder Zauberer mit der Todesstrafe belegt werden, weil er ohne Zweifel falschen Göttern dient, wenn auch auf eine eigenthümliche Weise, verschieden von der Art. wie das gemeine Volk jene Gottheiten verehrt. Wie Maimonides, Zauberer und Wahrsager charakterisirt, geht hervor aus folgenden Worten?) „Ich behaupte, daß Wahrsager, Sterndeuter und die anderen Mitglieder der Zunft, die die Zukunft Voraussagen, meist Falsches Voraussagen. Wir erfahren es selbst und auch jene Geheimkünstler müssen es zugeben. Die Wahrsagung der Berühmteren mag etwas mehr Wahres enthalten, als die der Anderen, aber in allen Punkten trifft auch diese nie zu- Ja, die Besitzer angeblich höherer Kräfte rühmen sich selbst nicht einmal dessen, daß sie in Allem Recht behalten. Ihre Voransbestimmungen sind vielmehr derart, daß wenn sie etwa in einem. Jahre Dürre verkünden, es blos wenig regnet; oder daß ein Regen, den sie für den nächsten Tag Voraussagen, erst am dritten fällt und Ähnliches. Selbst dies ist nur der Fall bei den berühmten Wahrsagern, d. h. bei solchen, die besonders kundig sind der Regeln ihrer Kunst." Wenn es auch hier nicht unsere Aufgabe ist, zu zeigen, welch' hochbegabte und einsichtsvolle Männer in vor- und nachmainionidischer Zeit dem Dämonenglauben zugethan waren, so wird es dem Leser doch nicht uninteressant sein, die eigenthümliche Ansicht des sonst so mit Recht berühmten Nachmanides (genannt Rambar?), geboren 1194, gest. 1274), bei den in Rede stehenden Vorschriften der Ansicht des Maim. gegenüberzustellen. In seinem Bibelcommentare, (im Jahre 1267) im Orient beendet, in welchem er Maim's Führer der Verirrten oft erwähnt^, zu Leviticus 17 7, sagt dieser große Kabbalist: „Die Dämonen werden wahrscheinlich deswegen „Seirim“ (Böcke) genannt, weil sie in Bockgestalt den Besessenen erscheinen und „Schedim“ von ihrem Aufenthalt gewöhnlich in verlassenen, öden und wüsten Gegenden. Ihre eigentlichen Heimstätten sind die äußersten Grenzgebiete der Erde, weil diese, wie der Norden in Folge der hohen Kälte verödet sind. Es ist zu bemerken, daß bei ihnen wie bei der Schöpfung die *) S. Einleitung zum Mischnacomm. Pococke. Porta Mosis S- 21ff. u. Jinkelsch. a. a. Q. S. 80. *) Abkürzung für „Rabbi Mose ben Nachman". Siehe M. Rapaport Hartstein: tauldaus ha’ ramban (Krakau 1898). *) M- Rapaport Hartstein l. c. S- 11, Anmerk. 22.

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