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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1901-07-01 · Heft 7 (1.7.1901) · p. Seite 164

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
21 (1901)
Issue
Heft 7 (1.7.1901)
Date
1901-07-01
Page
Seite 164 (sequence 20)
Language
German
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164 Roscht, Jbn Sina oder Avicenna, Avieebron der Samuel ibn Gabirol. Erwähnensl wert ist das freundschaftliche Verhältnis des genannten jüdischen Dichters Adija mit dem unglücklichen arabischen Fürsten und Dichter Jmlulul, von welchem der! Spruch stammt: „Als ich glücklich war auf Erden, wollten alle meine Freunde I werden, als ich aber kam in Not, waren alle meine Freunde tot." Jmlulul unterf lag in einem Feldzug gegen den arabischen Sassanidenfürsten Harid V. und wurde i vom Kaiser Justinian nach Byzanz berufen. Bei der Abreise übergab er große Schätze seinem Freunde Adija, kehrte aber nicht mehr zurück. Er fiel in Byzanz j der Eifersucht zweier entarteter Weiber, der Kaiserin Theodora und deren Freundin Antonia zum Opfer, welche ihn vergifteten. Als Harid V. von dem Verstecke des Vermögens Jmlulus erfuhr, suchte er Jbn Adija zur Herausgabe desselben zu bewegen, was dieser jedoch aus Freundestreue verweigerte. Harid V. belagerte die Burg el Ablak, welche ibn Adija bewohnte, lange vergeblich, bis es ihm gelang, einen jungen Sohn des Adija aufzugreifen. Er drohte dem Adija, seinen Sohn unter den größten Foltern hinzurichten, wenn er das Vermögen Jmlululs nicht herausgäbe; Adija ging aber die Freundestreue über alles und er entschloß sich, eher seinen Lieblingssohn zu opfern, als sein Wort zu brechen. Es wurde denn auch sprichwörtlich: „So treu wie Adija". Wie aus alldem hervorgeht, war das Verhältnis der Juden zu ihren mohammedanischen Mitbürgern fast immer ein gutes, mitunter befreundetes. Mag auch der Ausspruch der deutschen Geschichtsschreiber Gibbon und Mommsen berechtigt sein, daß die Mohammedaner den Koran auf der Spitze des Schwertes durch die Welt getragen haben, niemals brachte cs aber der Islam zu jenem unduldsamen r . Fanatismus, der so oft bei den Bekennern der „Religion der Liebe" anzutreffen - ist. In Irak, der gesegneten Landschaft bei Bagdad, brachten es die Juden zu! großem Wohlstände und bildeten daselbst die schönsten Colonien. Als im VIII. f Jahrhundert die griechischen Schriften Eingang in Arabien gefunden hatten, waren ■ ' es die Juden, welche daran den eifrigsten Anteil nahmen. Auch das Wiederaus-; _ blühen der Literatur im maurischen Spanien war hauptsächlich ihnen zu danken. Es sei nur an die glorreichen Namen: Immanuel, der jüdische Anakron, Moses ■ ibn Esra, Al Charisi, Abraham ibn Daud, Jehuda Halevi, dessen Schwiegersohn Abraham ibn Esra und allen voran an den großen Maimonides, dem II. Moses, erinnert. Über den Einfluß der Juden auf alle Wissenschaften, besonders die medi- - cinischen, ist schon viel geschrieben worden; auch thaten sie sich durch Übertragung d der griechischen Schriften ins Arabische hervor. Das Werk Steinschneiders: „Die Übersetzungen der Juden im Mittelalter und die Juden als Dolmetscher" behandelt ü dies ausführlich. Mit dem Islam verschwand das geistige Leben aus Spanien. | Als Ferdinand der Katholische mit seinen Truppen in Granada einrückte, war es | die erste That seines Ministers, des Cardinals Timenes, über 30000 Bände aus | der Alhambra dem Scheiterhaufen zuzuführen. Nach Unterwerfung der Mauren r

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