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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1901-07-01 · Heft 7 (1.7.1901) · p. Seite 163

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
21 (1901)
Issue
Heft 7 (1.7.1901)
Date
1901-07-01
Page
Seite 163 (sequence 19)
Language
German
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M vesteheu. Schon die Bibel erzählt von den ausgedehnten Handelsbeziehungen Südarabiens zu Palästina, insbesondere unter König Salomo, welchen die Königin von Saba einst mit großem Gefolge besuchte. Ganz anders lagen die Verhältnisse in Nordarabien, wo die Inden nach der Zerstörung des zweiten Tempels ihre Zuflucht fanden und den Charakter sowie die Lebensweise der Beduinen aunahmen, von denen sie sich nur durch die Religion unterschieden. Die einzelnen jüdischen Stamme lebten wie die Araber unter ihren Scheiks, führten oft Kriege gegen andere Völkerschaften und zuweilen gegen einander. Sie hatten sogar ihre Burgen, von denen Kamus und El Ablak erwähnt seien, nahmen an Handel und Gewerbe, den Künsten und Wissenschaften lebhaften Anteil. So wurde z. B. die Goldschmiedekunst in ziemlich vollendeter Weise von einem jüdischen Stämme ausgeübt. In diesen Verhältnissen trat im II. Jahrhundert nach gewöhnlicher Zeitrechnung ein gründlicher Umschwung ein. Der Compaß wurde in China erfunden und brachte mächtige Umwälzungen in den Handelsbeziehungen der Völker mit sich. Die Binnenstaaten verloren immer mehr an Bedeutung, es fand eine Auswanderung der südarabischen Stämme nach dem Norden statt. Zwei dieser Stämme, Benu Aus und Benu Chasrutsch gelangten im V. Jahrhunderte nach Hejas und zwangen die Juden, ihre Wohnsitze ihnen abzutreten. Bald lagen sich jedoch diese 2 Völkerstämme in den Haaren: im Jahre 615 am 4., 5. und 6. Mai kam es bei Boad zu einer Entscheidungsschlacht in welcher die Benu Chasrütsch unterlagen und fast vollständig aufgerieben wurden. Die Juden hätten damals ihre ursprüngliche Stellung zurückerobern und vielleicht eine bis in die Jetztzeit reichende Macht begründen können, aber die leider stets bei den Juden wahrzunehmende Uneinigkeit verhinderte es. In Südarabieu gerieten die Araber in bitterste Feindschaft mit den Aethiopiern, was für die Juden eine bevorzugte Stellung zur Folge hatte. Einer der jüdischen Anführer, Dhu Nowüs, der Wüstenlöwe genannt, erhielt Kunde von den Verfolgungen der Juden in den christlichen Landen und lieferte eine blutige Schlacht bei Nedschd. Der byzantinische Kaiser Justinian (527-565), jener schlaue, tückische Fürst, der selbst feige, sich durch die Siege seiner Feldherrn Belisar und Narses emporhob und durch das Gesetzbuch, welches sein Minister Tribonian verfaßte, als Gesetzgeber galt, sann auf Repressalien. Er wollte nach Arabien aufbrechen, wurde jedoch daran gehindert, da in Byzanz der Aufstand der grünen und blauen Circusparteien ausgebrochen war, und veranlaßte den Negus von Aethiopien zu einem Zuge nach Südarabien. Dhu Nowas gab sich selbst den Tod, er stürzte sich in sein Schwert und die Juden flüchteten sich nach Nordarabien, wo dann der providentielle Mann Mahommed auftrat. Dessen Zeitgenosse und anfänglicher Gegner war der jüdische Dichter Kaub ibn Sohair, der später sein. Anhänger wurde. Aus jener Epoche ist eine Reihe jüdischer Dichter und Künstler Nordarabiens bekannt, so Asma Zowida, die arabische Sappho, welche aus unglücklicher Liebe ein tragisches Ende fand, und Emir Samuel iben Adija, der berühmteste aller jüdischen Dichter Arabiens, Ibn

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