Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 21 (1901)
- Issue
- Heft 7 (1.7.1901)
- Date
- 1901-07-01
- Page
- Seite 162 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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- 162 - Donnerstag, am Vorabende des Neumondes Marcheschwan (25. Oktober) trug Chechels den Einwohnern der Stadt Prag auf, ihm eine Anleihe von 200000 fl. zu stellen, an dem die Juden einen Anteil von 90000 fl. haben sollten, die ihnen in Zukunft die Herrschaften des Landes Böhmen zahlen werden; das Geld jedoch würde der französische Cavallerie-Commandant zum Ankauf von Rossen nehmen; der hieß Monsieur Tatin Dieser Befehlshaber befahl, daß sie das Geld innerhalb 3 Tage auszahlen, wenn aber nicht, werde man gegen sie alle möglichen Zwangsmaßregeln anwenden. Der Jammer wurde groß in unserer Gemeinde, allenthalben Weinen und Klagen. Die Gemeindevorsteher und hochstehende Privaten schrieben ein Memorial in französischer Sprache, Bitten in sehr flehentlichem Ton enthaltend, sie sagten da weinend: Nachdem die Mitglieder unserer Gemeinde bis auf diesen Tag schon mehr als 300000 fl. hergegeben, abgesehen von dem, was sie in Geldwert gegeben und viele Tausende an Executionskosten, sei ihnen kein baares Geld mehr geblieben, sondern nur wenig Maaren und Hausgerätschaften, und Schulden bei Bewohnern der Stadt, die zum- Einkassieren (jetzt) nicht geeignet sind; es sei unmöglich, jetzt diese Anleihe zu leisten. Er gab ihnen zur Antwort, daß es nicht in seiner Macht stehe, zu ihren Gunsten zu handeln, sie mögen denn zu dem Commandanten Tatin sich begeben. Die Anden in der arabischen Geschichte und Literatur. Aus einem Bortrag des Herrn Dr. 3, K u l k a, gehalten im jüdisch-litterarischen Verein in Troppau. Heute, da die Gründung von Kolonien für unsere leiblich und geistig gefesselten Brüder des Ostens vielfach erörtert wird, dürfte es nicht uninteressant sein, einiges aus der Geschichte der Juden in Arabien zu erfahren, wo sie mehr.ere Jahrhunderte hindurch eine wichtigere und angesehenere Stellung einnahmen, als derzeit unter Völkern, deren Religionen vom Judentume abstammen. Gerade die Geschichte der arabischen Juden widerlegt aufs nachdrücklichste den von unseren Gegnern immer wieder erhobenen Vorwurf, daß die Juden für nichts anderes Sinn hätten, als für Handel, indem die arabischen Juden sich in hervorragender Weise als Vermittler der östlichen und westlichen Kultur bethätigten. Wie bekannt, leiten die mohammedanischen Bewohner Arabiens ihren Ursprung auf Jsmael, den Sohn des Erzvaters Abraham zurück; indes giebt es noch bis auf die Gegenivart, namentlich in Südarabien, Nachkommen des Einer und Joktan, welche die eigentliche Ureinwohnerschaft Arabiens bilden. Unter diesen seien die Himjaren, Minäer und Sabäer angeführt, deren Hauptstädte Hadromaut, Sania, Marib und Jakib große und wichtige jüdische Kolonieeu enthielten, von welche» Überreste noch gegenwärtig