Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 21 (1901)
- Issue
- Heft 7 (1.7.1901)
- Date
- 1901-07-01
- Page
- Seite 161 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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-"BTT? 5 fl.; Hafer bis 2 fl; Butter 14—16 Kreuzer; 1 Pfund Fleisch 6—7 Sr.; 1; Maß Salz 3 Kr,; 1 Gans nur 1 fl.; 1 Henne 20 Kr.; 1 Ei 1 Kr. Aber diese - Preise hielten sich nur wenige Wochen, nachher wurde all dies allmählich jeden Tag; sichtlich höher, weil das österreichische Heer in der Umgegend der Stadt erschien und | alle Speisen und Getränke, die sie antrafen, als man sie in die Stadt führte, wegnahm; auch setzten sie auf Anordnung ihrer Befehlshaber die Todesstrafe auf jede», J der Frucht auf den Platz führte und so brachte man weiter nichts in die Stadt Prag. ' In der Nacht der Versöhnüngsfeier während des Gebets „Alle Gelübde" j (8. Oktober) schickte int Aufträge der französischen Befehlshaber der Herr Bürgerj meister Schersihik zu den Gemeindevorstehern, daß sie am morgigen Tage die schönen ' j Leintücher, die man bei Herrschaften zur Speisezeit auf den Tisch deckt, das sögef nannte „Tischzeug" herausgeben, wo aber nicht, wird man einige Hundert Soldaten zur exekutiven Eintreibung schicken. Da gingen sie morgens und machten Vorstellungen i und riefen mit bitterem weinendem Tone, wie es denn möglich sei, das Leinzeug '] herzugeben, diejenigen, die damit Handel treiben, hätten die Waare längst verkauft, -> die Gemeindemitglieder hätten nicht so schönes Leinzeug, das auf den Tisch solcher ■} Herrschaften zu kommen geeignet wäre. Und man befreite sie von dieser Abgabe. Z Freitag am Vorabende des Laubhüttenfestes im Jahre 503 b. kl. Z. (12. Oktober) wurde ein Wechsler Namens R. Shalom Brager eingesperrt, indem man sagte, i daß er mit Münzen gegen den Befehl gehandelt habe und wie ein Staatsverräter , des Todes schuldig sei. Darob entstand ein großer Jammer, die Juden von Mez gingen sich verwenden, R. Schalom war in schwerem Leid in der Haft. Nach großen j Bemühungen verurteilten sie ihn zu etwa 1000 fl. Geldstrafe und entließen ihn, so | daß er nach einigen Wochen in Frieden nach Hause ging. An demselben Tage am Vorabende des Laubhüttenfestes erwies der Heilige, gelobt ) sei er, Wunder unserer Gemeinde, indem zur Abendzeit und Samstag am 1. Tage? des Laubhüttenfestes einige Boten kamen und aus den heiligen Gemeinden Bunzlau; und Teplitz für einige Hochangesehene Goldäpfel (Ethrogim) brachten, denn trotz aller Bemühungen war es wegen der Heereslager nicht möglich, mehr zu bringen und mit großer Not kamen die wenigen Stücke ganz daher. Sie gaben sie dem Vorbeter während des Lobgesangns (Hallel) und nachher den Gemeindemitgliedern in den ) Synagogen, wohin sie gingen, um die Benediction zu verrichten. Wir aber zollten dem Heiligen, gelobt sei er, Preis und Dank ab für die erhabenen Wunderwerke, die uns der Heilige gel. s. er beivies an jedem Tage und zu jeder Stunde, die man nicht erzählen und beschreiben kann dafür, daß er die Hungersnot gebrochen hat. ■ Daß wir an den Tagen heiliger Scheu und an den Bußtagen unsere Gebete ohne Bangen und Schrecken verrichtet haben, und weil Gott, gel. sei er, uns geziert hat , mit dem Gebote über den Palmzweig und dem über die Laubhütte zu unserer Ehre. Der Vater des Erbarmens möge sich unser erbarmen und unseren Messias schicken bald noch in unseren Tage»! Amen, so sei sein Wille!