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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1901-06-01 · Heft 6 (1.6.1901) · p. Seite 139

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
21 (1901)
Issue
Heft 6 (1.6.1901)
Date
1901-06-01
Page
Seite 139 (sequence 19)
Language
German
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139 f-n-T ~r~rrFTi<fß fP', hem Namen einer Kirchenruine Santa Anna) die Überreste einer Stadt aus seleu- Ds/ cidischer Zeit aufgedeckt, die bis auf das achte vorchristliche Jahrhundert zurückgehen. Außer zahlreichen Kleinfundeu, zumeist Töpferwaren, wurden etwa fünfzig hebräische und griechische Inschriften aufgefunden. Mit einer bekannten alten Stadt war die Ruinenstätte nicht zu identificieren. Clermont-Canneau glaubt in den Inschriften Hinweise auf Ptolomäus IV. zu finden, der Antiochus den Großen bei Raphia (216 v. Chr.) südlich von Gaza besiegte und dann bei seinem Zuge nach Jerusalem nach Santahannah gekommen sein könnte. — Herr Dr. Alois Musil hat der Wiener M- Akademie der Wissenschaft einen Bericht eingesandt über ein bisher unbekanntes Schloß Kuscir Amra in der Wüste Moab, in dessen Nähe noch sieben andere Schlösser si t> befinden. Dr Musil hat von dein von ihm besuchte» Schlosse Phvtoly;. graphien ausgenommen. In dem ganzen Schlosse gebe es kein Plätzchen, das nicht W -• mit einem Freskobilde geziert wäre. Viele Bilder seien zwar durch Wasser und ii Rauch stark beschädigt, aber man könne doch noch ziemlich deutlich erkennen, was N sie vorstellen und bei vielen müsse man die kunstvolle Ausführung bewundern. sei wahrscheinlich, daß diese Schlösser von den Persern oder Römern l'Y'': stammen Ziehe man die griechisch-römische Ornamentik und Architektur in Betracht, so müsse man annehmen, daß hier einst mächtige Fürsten geherrscht haben, V,. die, im Besitze einer hohen Kultur mit Griechenland und Persien in Verbinf?.' &ung standen. — Der Dichter Björnson erzählt über seinen Besuch bei Kapitän Dreyfus, daß dieser tief bewegt gewesen sei. Björnson schildert Dreyfus als einen ruhigen, heiteren Mann. Dreyfus sagte, er sei stets Optimist gewesen. Er habe gewußt, daß der Charakter, einiger Kameraden im Generalstab schlecht gewesen sei, doch habe er nie eine solche Schlechtigkeit geahnt. — Herr Professor j)V.- Dr. Martin Philippson hielt vor der „Societe des etudes juives“ in Paris auf |;Y deren Einladung einen Vortrag über „Ludwig Philippson und seine Einwirkung' f aus das zeitgenössige Judentum". Der Grand-Rabbin de France präsidirte. jr Von biographischen Einzelheiten gab Professor Philippson so wenig wie möglich, um vielmehr seines ausgezeichneten Vaters Anschauungen (messianische Idee des Judentums, seine Mission, historische Entwicklung auf dem überlieferten Boden mit Aufnahme der Fortschritte der Menschheit), seine weitverzweigte Thätigkeit nach allen Seiten hin und deren Ergebnisse für die Gestaltung des Judentums zu schildern. Der Vortrag fand großen und lebhaften Beifall, sowohl dem Inhalt nach wie auch M nach der Seite des französischen Styls hin. Wiederholt riß der gefeierte Historiker E''- ansehnliche Publikum zu lebhaften Beifallsbezeigungen hin. Ein politisches Blatt schrieb über den Vortrag, daß der Redner seine Pflichten als Geschichtsschreiber wie als Geisteserbe gleichermaßen erfüllt habe. — Ein erfreulicher Beweis für das 6ute Einvernehmen zwischen Juden und Christen in England wurde jüngst in Stainrliffe gelegentlich der Eröffnung eines zu Gunsten der Baptisten-Kirche errichteten Ife-. Bazars erbracht. Am ersten Tage wurde der Bazar von Major of Batley, einem

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