Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 21 (1901)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1901)
- Date
- 1901-06-01
- Page
- Seite 134 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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134 seinem Dank durch wiederholten lebhaften Beifall frendigen Ausdruck. Der Verein für jüdische Geschichte und Litteratur konnte seinem Arbeitsjahr keinen würdigeren Abschluß geben als durch diesen geistvollen Vortrag des ausgezeichneten Mannes, der als Redner wie als Gelehrter immer zu fesseln weiß. — Der Ausschuß des ^Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes" hat den folgenden wichtigen Bescheid des Ministers des Inneren in Sachen der Fürsorge-Erziehung verwahrloster jüdischer Kinder erhalten. „Serlin, 19. März. Den Herrn Oberpräsidenten habe, ich, wie ich dem Ausschuß auf die Eingabe vom 26. v. Mts. ergebenst erwidere, mitgeteilt, daß der Ausschuß bereit sei, männliche israelitische Fürsorgezöglinge in die vom 1. Mai d. I. eröffnete Erziehungsanstalt Repzin bei Schivelbein aufzunehmen und die Unterbringung männlicher israelitischer Fürsorgezöglinge, die nicht in diese Anstalt überwiesen werden sollen, in geeignete jüdische Familien, sowie weiblicher israelitischer Fürsorgezöglinge in jüdische Waisenhäuser oder geeignete Familien zu vermitteln. Hierbei habe ich die Herren Oberpräsidenten ersucht, die Landeshauptleute, Landesdirektoren, und den Magistrat zu Berlin dahin zu verständigen, daß sie dem Anerbieten des Ausschusses soweit als irgend möglich Nachkommen, auch mit Hilfe des Ausschusses geeignete Fürsorger vermitteln. Die Höhe der Entschädigung für die Unterbringung der Zöglinge in der Anstalt und die Übernahme der Mehrkosten des Transportes in diese gegenüber den Transportkosten in eine in der heiniatlichen Provinz belegen« Anstalt durch den Ausschuß werden die zur Unterbringung der Zöglinge verpflichteten Kommunalverbände mit dem Ausschuß direkt vereinbaren. Im Aufträge: Peters." — Man schreibt uns: Die Stellung als Leiter der Fürsorge-Erziehungsanstalt in Kepftn ist durch Herrn Waisenhausdirigenten Siegfr. Rosenbaum in Jnowrazlaw besetzt worden. — Man berichtet: Die vom Deutsch-Israelitischen Gemeindebund eingerichteten, von den Herren Musikdirektor Wolf und Kantor A. Friedmann in Kerlin geleiteten Fortbildungskurse für Kantoren haben am 1. Mai er. begonnen. Seminaristisch geprüfte, stinimbegabte Herren können sich noch zur Teilnahme melden. Das Bureau des Gemeindebundes ist zur Auskunft, die vorgenannten Herren zur Prüfung der gesanglichen Fähigkeit bereit — Die Gesellschaft zur Verbreitung der Handwerke und des Ackerbaues unter den Juden im preußischen Staate hielt jüngst ihre Generalversammlung ab. Die Gesellschaft hat 67 Lehrlingen Pflege und Unterstützung zu Teil werden lassen; unter diesen befanden sich 12 Schneider» 10 Tapezierer, ebensoviel Schlosser, 8 Lehrlinge graphischer Gewerbe und 5 Buchbinder. Die Versammlung beschloß die Verschmelzung der Gesellschaft mit dem Verein »Lehrlingsheim Pankow." — Max King, der Nestor der deutschen Romanschriftsteller, ist am 28. März gestorben. Am 22. Juli 1817 in Zauditz bei Ratibor geboren, erhielt er seinen Unterricht auf den Gymnasien zu Ratibor und Oppeln und bezog 1836 die Universität Breslau, um Medizin zu studiren. Nebenbei beschäftigte sich der junge Student im Verein mit gleichgesinnten Freunden — u. A. dem späteren berühmten Kliniker Ludwig Traube — eifrig mit