Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 21 (1901)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1901)
- Date
- 1901-05-01
- Page
- Seite 119 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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119 Ich bin des Predigers Stimme in der Wüste, Stark ist mein Schrei, da Liebe ihn gebar; Ich bin des Predigers Stimme in der Wüste, Ein fremdes ruft aus mir und redet wahr. Und ruft dir zu: Laß Pflug und Wage stehen, Sei was du bist, das alte Israel Noch lebt dein Gott, und seine Säulen gehen Tr' Noch heute botj dir, höre Israel! Im Commissionsverlag der Friedrich Korn'schen Buchhandlung in Nürnberg ist erschienen: Die israelitische Aultusgemeiude Dürnberg von ihrem Entstehen bis zur Einweihung ihrer Synagoge. Gedenkschrift aus Anlaß des 25 jährigen Bestehens der Synagoge auf Wunsch der Gemeindeverwaltung herausgegeben von Dr. Bernhard Ziemlich, Rabbiner. Nürnberg, eine der ältesten Gemeinden ist zugleich eine der jüngsten modernen Großgemeinden in Deutschland, da den Juden seit der Ausweisung 1499 bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts der ständige Aufenthalt in dieser Stadt untersagt wurde; doch wurden schon im Anfang des vorigen Jahrhunderts vorübergehend Juden in Nürnberg geduldet und haben einige einen schwunghaften Handel in Hopfen betrieben. Im Jahre 1839 wurde dem Post, kondukteur Joseph Wassermann die Niederlassung gestattet und 1847 wohnten daselbst: Joseph Kohn, Emanuel Feust und Dr. med. Philipp Feust. Am 16. Mai 1850 wurde Joseph Kohn unter heftigen Debatten mit 9 gegen 8 Stimmen als Bürger der Stadt Nürnberg ausgenommen. Die erste Trauung, die dort stattfinden durfte, war die des Religionslehrers Bernhard Bader mit Karoline Gutmann (7. Aug. 1850). Im Jahre 1852 wurde der erste Festgottesdienst an den hohen Feiertagen abgehalten. Eine Zeitlang gehörten die Juden in Nürnberg zum Fürther Rabbinate woselbst Dr. Loewi Rabbiner war. Loeb Hopf war der erste Vorsteher des israelitischen Religionsvereins in Nürnberg und Jakob Asyl der erste Religionslehrer. Am 26 Mai 1859 wurde Herr Gumpert Fried zum Lehrer und Vorsänger gewählt. Am 19. März 1862 wurde der israelitische Religionsverein mit behördlicher Genehmigung in eine israelitische Kultusgemeinde umgewandelt und ein Gemeindestatut ausgearbeitet. Der eigentliche Tag der Konstituierung der Kultusgemeinde ist der 23. März 1862. Am 28. Februar 1869 wurde mit dem Begräbnis des Jacobs Hirsch Marschütz der israelitische Friedhof durch Herrn Rabbiner Dr. Löwi aus Fürth eingeweiht. Im Jahre 1868 wurde der Advokat Gustav Josephthal , zum Vorsitzenden des Gemeindeausschusses gewählt und am 17. Februar 1869 Herr Jsaac Heinemann zum Lehrer und Cantor. Nun galt es der jungen Gemeinde einen Rabbiner zu wählen und sind die dabei zu Tage', tretenden Vorgänge von culturhistorischem Interesse. Es war zunächst von Dr. Leopold Stein die Rede, der verwandtschaftliche Beziehungen