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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1901-05-01 · Heft 5 (1.5.1901) · p. Seite 118

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
21 (1901)
Issue
Heft 5 (1.5.1901)
Date
1901-05-01
Page
Seite 118 (sequence 22)
Language
German
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118 er 1877 die Geschichte der jüdischen Rabbiner in Frankreich vom Beginn des 14. Jahrhunderts, eine bedeutsame Arbeit, die 1893 in der „Geschichte der jüdischen Schriftsteller in Frankreich im 14. Jahrhundert" eine Fortsetzung fand. — Nach den neuesten statistischen Ausweisen ist die größte Judenstadt Rußlands Wilna. Wilna zählt nämlich 154000 Einwohner. Davon sind 76000 Juden, 47000 Katholiken, 25000 Orthodoxe und der Rest verteilt sich auf andere Konfessionen. — Man berichtet aus St. Petersburg: Das zum Militärdienst einberufene Contignent für das laufende Jahr besteht aus 266272 Christen, 9943 Mohamedanern, 402 Heiden und 16493 Juden. Auf tausend Individuen macht dies 300 Juden gegen 284 Nichtjuden aus. Meferate und Mitteilungen. Inda, Gesänge von Börries Freiherr von Münchhausen. Buchschmuck von E. M. Lilien. Erstes Tausend. F. A. Lattmann, Berlin, Goslar, Leipzig. Der gediegene Inhalt des herrlich ausgestatteten Liederbuches, geschöpft aus einer tiefen poetischen Erfassung des biblischen Stoffes, verfaßt von einem christlichen Dichter bei dem sich zum äußeren Adel, Adel tiefen Mitempfindens gesellt, übt eine mächtige Wirkung auf den Leser aus, zumal der Dichter es verstanden sich in die leidensreiche Vergangenheit und lichtvolle Zukunft Israels mit Verständnis zu versenken. Es hat schon an und für sich etwas Erhebendes die Stimme dieses Predigers in der Wüste zu hören, der Töne anschlägt, die uns mächtig ergreifen und reichlich entschädigen für so viel Unrecht, das wir erleiden und für manche Kränkung, die wir # erdulden. Möchten einerseits christliche Leser durch die Lektüre dieser ergreifenden Gesänge sehen, wie weit ab sie gewichen von den Wegen der Gerechtigkeit und möchten andererseits auch jüdische Leser endlich erwachen aus der Gleichgiltigkeit und an ihren Geistesschätzen nicht gedanken- und gefühllos vorübergehen. Die Illustrationen, welche den Dichtungen beigegeben sind, hat der junge, hoffnungsvolle Künstler Herr E. M. Lilien entworfen. Aus einer reichen üppigen Phantasie stammend, ist über sie alle der Zauber der Begeisterung für Israel und seine Geschichte gebreitet, und Dichter und Künstler, die aus denselben Motiven herausgearbeitet, haben sich glücklich zusammengefunden um ein herrlich Werk zu stiften- Wir wollen hier nur zur Kennzeichnung des Dichters die drei Schlußverse des ersten Gedichtes „Euch" überschrieben, anführen, da sie den Geist, der das ganze Liederbuch durchzieht, am treffendsten charakterisieren: Zurück zur Schönheit einst gesungener Psalmen, Zurück zum heiligen Buch von Anathot Zurück zu deiner Heimat Balsampalmen, Zurück zu deinem alten großen Gott!

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