Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 21 (1901)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1901)
- Date
- 1901-05-01
- Page
- Seite 113 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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— 113 — um Überlassung von Schwestern für die dortigen Privatpflegen nachzukommen. So lange die Zahl der Schwestern neben dem Hospitaldienst für die Frankfurter Privatpflege noch nicht genügt, glaubt der Vorstand sein Arbeitsfeld noch nicht nach auswärts ausdehnen zu sollen. — Die oberste israelitische Kultusbehörde in Kaden f hat den ihr untergestellten Rabbinern gestattet, künftig bei Feuerbestattungen in gleicher Weise wie bei Ervbestattungen ihres Amtes zu walten. Den Anlaß hierzu bot der bekannte Vorgang, daß die israelitische Geistlichkeit vor einigen Wochen bei der Feuerbestattung zweier Angehöriger der jüdischen Gemeinde in Mannheim in Folge einer höheren Weisung genötigt war, sich auf die Einsegnung der Leiche im Sterbehaus zu beschränken. Dies hatte den Synagogenrat veranlaßt, sich mit. dem Oberrat in Karlsruhe ins Benehmen zu setzen, um es den Rabbinern zu er- '; möglichen, künftig auch bei der Feuerbestattung zu amtieren. — Herr Justizrat! Meyer, der um die jüdische Gemeinde in Kerlin bochverdiente Mann, hat seine j Ämter niedergelegt und ist aus dem Vorstand ausgeschieden, dem er über dreißig Jahre angehört hat. — In Kerlin starb Herr Justizrath Dr. Julian Goldschmidt, geb. am 5. August 1843 in Warschau, wo sein Vater Rabbiner war. Mitte der J fünfziger Jahre wurde sein Vater nach Leipzig berufen und in den siebziger Jahren i bezog sein Sohn Julian die Berliner Universität, wo er sein Rechtsstudium ab-, solvierte. Nachdem er ein Jahr Stadtrat in Posen gewesen war, übernahm er den; Direktorposten der Norddeutschen Bodenkreditbank. Nachdem er diesen Posten auf-; gegeben hatte, wurde er 1879 Rechtsanwalt beim Kammergericht und 1894 Notar. Bei seinen Berufsgenossen erfreute er sich großer Wertschätzung, die darin ihren besonderen Ausdruck fand, daß er vor mehreren Jahren zum Vorsitzenden des Berliner Anwaltvereins gewählt wurde, welches Ehrenamt er bis zu seinem jähen Tode verwaltete. Julian Goldschmidt ist auch schriftstellerisch mehrfach thätig gewesen und zwar unter den Pseudonymen „Justinius Möller" und „Erwin Kruse". — Der Verein Achawa zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, j Lehrerswittwen und Waisen meldet in seinem 30. Jahresbericht, daß er im Stande ■ war, die im Vorjahr auf 150 Mark erhöhte Unterstützungsquote auch 1900 auf H dieser Höhe zu belassen. Während die Zahl der Pensionäre im Vorjahre 86 betrug, die Mk. 15562 erhielten, stieg 1900 die Zahl auf 96 mit Mk. 17 475. j An außergewöhnlichen Unterstützungen wurden Mk. 1585 verausgabt. Das Vereins- •: vermöge» beträgt 245659. Die Zahl der aktiven Mitglieder hat sich von 361 - auf 371 gehoben, die der Ehrenmitglieder beträgt 1100. An Geschenken gingen Mk. 5989 ein. — Die in der allgemeinen Geschäftswelt durch ihre hervorragende Thätigkeit auf dem Gebiete der Technik und Philantropie bekannten Großindustriellen v Leopold May in Ung.-Ostra und Julius May in Ung.-Hradisch, beide als bedeu- tende Zuckerfabrikanten hervorragend, wurden von Sr. Majestät dem Kaiser in den österr. Adelsstand mit dem Prädikate „Edler von" erhoben. — Am 1. Nissan d. I. waren es fünfundsiebzig Jahre, daß der Wiener Stadttempel