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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1901-05-01 · Heft 5 (1.5.1901) · p. Seite 111

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
21 (1901)
Issue
Heft 5 (1.5.1901)
Date
1901-05-01
Page
Seite 111 (sequence 15)
Language
German
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111 großer Theaterfreund bin, herübersagen lassen, daß er übermorgen den »Don Carlos" giebt und da habe ich schnell das Buch aus der Leihbibliothek holen lassen." „Mensch, Kunstfreund," rief der Schauspieler, „Du kannst mein Retter sein. Ich' bin der Don Carlos. Aber wie kann ich den Don Carlos spielen, wenn ich kein Kostüm habe. Da sehe ich die schönsten Tücher, nur einige Ellen und Arm in Arm mit Dir Fordere ich das Jahrhundert in die Schranken". Der Commis läßt sich bewegen, dem Kunstbeflissenen einige buntfarbige,, Reste" auf Ehrenwort auszuliefern und jetzt ging er nach Hause und setzte sich nieder, um das Kostüm eigenhändig zuzuschneiden und anzufertigen. Der Schneider und Künstler in einer Person war Herr Sonnenthal und der gutmütige Commis, der schon damals den Schauspielern Credit gewährte, schwang sich nachher zum Direktor des Theaters an der Wien empor und heißt Steiner. Wonatsschau. Das vom Verein „Israelitisches Lehrerinnenheim" gegründete, am 5. März 1899 eröffnete Israelitische Lehrerinnenheim in Steglitz bei Berlin bietet wissen» schaftlichen und technischen Lehrerinnen, Erzieherinnen und Damen, welche ihre Befähigung im Lehrfach nachgewiesen haben, zehn Jahre in ihrem Berufe thätig waren und das 55. Lebensjahr erreicht oder ausnahmsweise früher erwerbsunfähig wurden, lebenslänglich bei einmaliger Einzahlung von 500 Mk., möblierte Wohnung mit Verpflegung, Heizung, Licht und freie Wäsche, ferner in Krankheitsfällen Arzt und Medizin. Im Bedürfnisfalle kann eine Ermäßigung eintreten. Anfragen von Lehrerinnen sind an den Vorsitzenden Dr. Wiesenthal (Linkstr. 3) oder an die stellvertretende Vorsitzende, Fräulein Pauline Münchhausen (Großbeerenftr. 94) — Anmeldungen von Mitgliedern an den Schatzmeister Herrn C. L. Netter (Belle- Allianceplatz 8—9, in Berlin zu richten. — Der vom Senate der königlichen Akademie der Künste, Sektion für Musik, in Berlin für das laufende Jahr ausgeschriebene Michael Beer-Preis, bestehend in einem Stipendium von 2250 Mark für eine einjährige Studienreise, war hart umstritten. Sieben jüngere Musiker rangen um den Preis, die ihre Studien teils an Privatconservatorien, teils an Staatsanstalten begonnen und vollendet hatten. Als Sieger im Wettbewerb, für den „Eine vier» sätzigc Symphonie in classischer Form" als Aufgabe gestellt worden war und zur Entscheidung gelangte, ist der Musiker Siegfried Fall hervorgegangen, der sich bereits rühmlichst bekannt gemacht hat. Fall, am 30. November 1877 zu Glmlltz als Sohn des Capellmeisters Moritz Fall geboren, zeigte frühzeitig Talent und Neigung für Musik, deren Anfangsgründe ihm sein Vater beibrachte. Nach der Übersiedlung nach Berlin setzte der junge Künstler seine Studien auf der Hochschule für Musik in Berlin (1895—1899) fort, errang in der Zwischenzeit den Mendelssohn''

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