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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1901-05-01 · Heft 5 (1.5.1901) · p. Seite 106

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
21 (1901)
Issue
Heft 5 (1.5.1901)
Date
1901-05-01
Page
Seite 106 (sequence 10)
Language
German
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der Herrschaft der gottseligen Vernunft über die Triebe. Diese an Juden gerichtete Rede wird schon von Eusebius und dann in peinigen Handschriften dem Josephus beigelegt geht aber in den ältesten Handschriften namenlos und kann unter keinen Umständen von Josephus verfaßt sein. Sodann eine Schrift „Über das All" oder über das Wesen des Alls in zwei Büchern, worin Plato und seine Erklärer bekämpft wurden. Über den Inhalt dieser Schrift, von der sonst nur einige Auszüge vorhanden sind, berichtet Photius. Es war darin z. B. über die Seele gehandelt, über die Unterwelt und das jüngste Gericht, aber auch über das höhere Alter 'der Juden. Der Verfasser war ausgesprochen ein Christ, und schon im Altertum hat man daher an der Autorschaft des Josephus begründete Zweifel erhoben und erklärte den Presbyter Gaius für den Verfasser. Jetzt schreibt man sie mit Wahrscheinlichkeit dem Bischof Hippolytus zu. Jedenfalls kann auch diese Schrift nicht von Josephus stammen- Nur die drei früher genannten historischen Werke, sind sein unbestrittenes Eigentum, nach dem wir ihn zu beurteilen haben, und so viel auch ein strenger Richter an ihnen zu tadeln haben wird, so wird doch aus ihnen klar, daß Josephus einen lebhaften schriftstellerischen Ehrgeiz und nicht geringe Befähigung besessen hat, eine in damaliger Zeit sehr seltene Eigenschaft. Seinen Mängeln kann als Entschuldigung dienen, daß sie vielen, ja den meisten der alten Historiker ebenfalls mehr oder weniger eigen sind. Sein Zweck ist, die Griechen und Römer mit den Juden zu versöhnen und sie mit der wahren Gestalt der jüdischen Geschichte und Religion bekannt zu machen. Alle seine Schriften sind daher direkt oder indirekt apologetisch, und überall wird das jüdische in hellenische Form gekleidet Die Christen haben ihn eifrig studiert, und bei ihren Streitschriften den Wert profaner Gelehrsamkeit bald schätzen gelernt. Inhalt wie Form seines Werkes sagten ihnen gleichmäßig zu. Schon die frühesten christlichen Schriftsteller kennen und benutzen ihn. .Die Apologeten und Chronographen haben ihr Rüstzeug aus ihm geholt, und die unglaubliche Menge der griechischen wie lateinischen Handschriften beweisen, mit welchem Eifer er auch das Mittelalter hindurch gelesen worden ist. Jn's Lateinische ist er schon gegen das Ende des Altertums von angesehenen Schriftstellern ganz übersetzt worden, ein Teil auch in's Syrische und später in's Slawische, beim Beginn der neueren Zeit auch in die modernen europäischen Sprachen. Kurz er ist bis an die Grenze unseres Zeitalters einer der gelesensten Schriftsteller gewesen und hat einen wahrhaft unermeßlichen Einfluß gehabt. Die Römer sorgten angelegentlich für die Erhaltung seiner Werke, und bei den Christen genoß er ungeheueres Ansehen. Leidensbrief in drei Teilen aus einem hebräischen Manuskript der kaiserlichen Hosbibliothek in Wien übersetzt von Rabbiner vr. N. Brüll s. A. Am 11. Siwan verordneten die französischen Befehlshaber in allen Stadtteilen Prags, daß niemand, weder von Juden noch von Christen nach 10

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