Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 21 (1901)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1901)
- Date
- 1901-05-01
- Page
- Seite 105 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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105 Josephus nicht genügt, man zweifelte vielmehr ihre Glaubwürdigkeit an, und Josephus unternimmt daher einen nachmaligen ernsten Versuch, die Grundlosigkeit der Anklagen gegen seine Landsleute darzuthun. Nach einigen allgemeinen und persönlichen Bemerkungen bringt er zuerst die Zeugnisse der ägyptischen, babylonischen und phönikischen Historiker bei, um das hohe Alter des jüdischen Volkes und seiner Geschichte zu erweisen. Gr zeigte ferner das auch griechische Schriftsteller aus guter Zeit die Juden mit Achtung erwähnt haben. Dann geht er dazu über, die verschiedenen ägyptischen Erzählungen des Mantho, Chäremon und Lysimachos zu widerlegen, nach denen die Juden aus einem Haufen unreiner und verworfener Ägypter entstanden seien, die. aus Ägypten vertrieben, unter Moses Führung ausgewandert seien. Im zweiten Buch wendet sich Josephus gegen Apion, einen geborenen Ägypter, berühmten Gelehrten und viel bewunderten Wanderlehrer, der unter Liberias, Gaius und Claudius wirkte. Er hatte die Juden mit besonderer Heftigkeit angegriffen, und zwar zuerst in seinen ägyptischen Geschichten. Als dann unter Gaius die Streitigkeiten mit den Juden in Alexandrien auf's Neue entbrannten, war er in Rom Wortführer der Alexandrinischen Gesandschaft. Aus diesem Anlaß schrieb er seine Schrift gegen die Juden, in der ihre Ansprüche auf das Alexandrinische Bürgerrecht bekämpft wurden- Josephus sucht nun zunächst seine Behauptungen über Moses zu widerlegen, dann seine Einwendungen gegen das Alexandrinische Bürgerrecht der Juden, und seine Anklagen wider die Religionsübung der Juden. Zum Schluß werden alle auf die jüdischen Gesetze der jüdischen Frömmigkeit zurückgewiesen, der die Lauheit der Heiden und ihre unsittliche Mythologie entgegengestellt wird. Die Schrift ist geschickt und wirksam geschrieben. Wohlgelungen ist die Widerlegung der verschiedenen Fabeln über den Auszug der Juden aus Ägypten. Josephus selbst identifiziert die Israeliten mit der Hyksos und bestimmt darnach die Zeit des Auszuges. Die Frage nach den Rechten der Alexandrinischen Juden wird nur oberflächlich gestreift, die Berechtigung der jüdischen Ansprüche ist in der That sehr zweifelhaft, dieser Streit war überdies damals, wie es scheint minder brennend und hatte für weite Kreise geringes Interesse- Auf die wirklichen Beweise läßt sich Josephus gar Nicht ein. Die Verurteilung einiger vornehmer Männer wegen Judaismus, die damals vorkamen, beweisen, daß die Juden auch in Rom, wo ihrer viele waren, die Aufmerksamkeit auf sich zogen. In den Berichten erscheint Judentum und Gottlosigkeit (atheotos) gleichbedeutend, es ist die alte Beschuldigung, daß die Juden die Götter verachteten. Umsomehr mochte Josephus wünschen, auf die Wahlstatt zu treten und in unifasiender Weise alle Angriffe zu widerlegen. Josephus kündigte in der Archäologie einige Werke an, von denen sonst keine Spur sich erhalten hat. Noch zwei andere Werke gehen oder gingen unter Josephus Namen zuerst das sog. Makkabäerbuch, eine erbauliche Rede von