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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1901-04-01 · Heft 4 (1.4.1901) · p. Seite 95

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
21 (1901)
Issue
Heft 4 (1.4.1901)
Date
1901-04-01
Page
Seite 95 (sequence 23)
Language
German
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95 hervorragende Söhne und Töchter Israels im Laufe der Jahrhunderte vollbracht haben. Mögen unsere Leser sich in den Besitz dieses verhältnismäßig billigen Buches bringen, das eine Fundgrube reichen schön bearbeiteten Materials bietet, dessen Lektüre uns stets erfreuen kann. Verfasser und Verleger verdienen Dank und Anerkennung. Durch Abnahme des Buches bieten ivir nur einen schwachen Ersatz für große gebrachte Opfer im Dienste des Guten. — Homers Gdyssee, ein mysteriöses Epos. Elementar-Skizzen der drei wichtigsten Örtlichkeiten Ogygia, Scheria, Jthaka, auf historisch-geographischer Basis entworfen von Joseph Schreiner, Braunschweig und Leipzig, Richard Sattler, 1901. Daß ihre Kultur von Osten her beeinflußt sei, haben die Griechen selber niemals geleugnet. Danaos, der Erbauer der Burg Argos und erste Brunnengräber, kam aus Ägypten. Kadmos, der die Buchstaben und die höhere Kultur nach Griechenland brachte, ist ein phönizischer Königssohn. Pythagoras ging nach Ä g y p t e n, um dort zu lernen, und die Neuplatoniker wenigstens behaupten, seine Geheinilehren stammten aus dem Orient. Spätere Philologen freilich wollten in ihrer Einseitigkeit und Unkenntnis des Orients nichts davon wisse», und wenn Friedrich Rückert in seiner Promotionsschrift im Jahre 1811 meinte, die Griechen wären keineswegs Autodidakten, sondern hätten vom Orient gelernt und dorther ihre Sprache bereichert, so fand er keinen rechten Glauben. Inzwischen hat gerade die Neuzeit gezeigt, daß in der That viel mehr Beziehungen zwischen Semiten und Griechen vorhanden sind, als man bislang annahm, und es ist kein Zweifel, daß man noch mehr Einflüsse aufdecken wird. Ob man soweit kommen wird, wie der Vers, oben genannter Schrift, das ist freilich eine andere Frage. Nach ihm sind nämlich die Überlieferungen über den trojanischen Krieg zu naiv, um nicht völlig ins Reich der Dichtung zu gehören. Der Fall Jerichos ist auf Troja übertragen, und wenn man das weiß, erst dann wird alles einfach und verständlich. Homer als Asiate, sagt er. mußte die Heldengeschichte des Volkes Israel kennen, denn die Kauffahrteischiffe aus Tyrus und Sidon waren im ganzen Archipel zu Hause. Anderseits finden wir bereits im 14. Jahrh. kleinasiatische Ionier (Jawan) als Söldner auf syrischem Boden und bald nachher Achäer (Akaivasch) als Piraten am Nildelta. Seine 3 Hypothesen lauten also: Troja gleich Jericho, Odysseus gleich Josua, und die Odyssee ein mysteriöses Epos. Auf Grund eines umfangreichen Materials unverdrossenster Gegenüberstellungen aus den Texten Homers und der hl. Schrift stellt nun der Vers, die Behauptung auf, daß die glorreiche Geschichte des Volkes Israel vom Dichter Homer mit genialem Überblick und bewunderungswürdigem Aufbau unter dem undurchdringlichen Schleier einer geheimnisvollen Sprache zur meisterhaften Darstellung gebracht und den: Andenken aller Zeiten überliefert worden. Freilich habe Homer es verstanden, seine Darstellung der Heldengeschichte eines fremden Volkes den heimatlichen Verhältnissen anzupassen, nationalen Anschauungen Rechnung zu tragen, aber das seien nur Kunstgriffe. Der Vers, sucht seine dreifache Hypothese zu beweisen, und man muß

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