Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 21 (1901)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1901)
- Date
- 1901-04-01
- Page
- Seite 94 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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94 den Thronfolger, Hot der Schah durch Vermittlung der persischen Gesandtschaft in Petersburg einen russischen Erzieher sich verschrieben. Die' Fall fiel auf einen Studenten der asiatischen Sprachen, einen Karaiten, welcher sein bedeutungsvolles Amt als Erzieher des zukünftigen Schah von Persien bereits angetreten hat. — Als die russischen Gruppen vor Mulrden angekommen waren, hatte der Commandant den Befehl zum sofortigen Angriff gegeben. Der Erste, welcher die Höhe eines Festungs- Walles erstürmte, war ein jüdischer Soldat aus Warschau. Eine chinesische Flintenkugel verwundete seine Hand. Der Soldat riß mit der anderen sein Hemd von der Brust, wand es wie eine Fahne um sein Bayonett und führte seine Kameraden zum Siege. Der Hauptmann umarmte den tapferen Mann, welcher mit noch fünf anderen jüdischen Soldaten mit dem St. Georgsorden ausgezeichnet wurde. Meferate und Witteitungen. Herr Hermann Kaban in Stanislan hat eine äußerst interessante mit vielem Fleiße und einem Aufwande großer Belesenheit auf dem Gebiete der einschlägigen Litteratur ausgestattete Arbeit „Hat Moses Maimonides dem Kryplo-Mohamedanismus gehuldigt?" veröffentlicht, die wir, zumal Forscher wie Jost, Carmoly, Munk und Graetz einen diese Frage bejahenden Standpunkt einnehmen, der Beachtung der Fachmänner empfehlen. Wenn auch arabische Schriftsteller Maimonides des Scheinabfalles vom Judentuni bezichtigen, um dem Tode zu entgehen, so sprechen doch der Charakter des Maimonides und die Stellung die er litterarisch zur Frage des Abfalls einnimmt, anfs allerentschiedenste dagegen Bedenkt man noch dazu, daß die heftigen Gegner des Maimonides diesen Punkt, den sie gewiß um ihn zu verdammen, ausgenützt hätten, nicht erwähnen, so wird man wohl daran thun, diese Frage als noch nicht abgeschlossen zu betrachten, wenn auch Graetz die harten Worte gebraucht, daß nur der kritische Blödsinn die Antwort, daß Maimonides Mohamedaner gewesen, ableugnen kann Wir wollen hier noch zum Schlüße den in der Schrift Kahans erwähnten Satz des Maimonides anführen. (Hilchoth Teschuba Cap. 3. S. 47): „Abtrünnige vom ganzen mosaischen Gesetze sind Solche, welche wegen einer Religionsverfolgung sich zu einer anderen Religion bekennen und sich derselben anschließen" der schiver ins Gewicht fällt — Heriihmte israelitische Männer und Frauen in der Kulturgeschichte der Menschheit. Lebens- und Charakterbilder aus Vergangenheit und Gegenwart. Ein Handbuch für Haus und Familie. Mit zahlreichen Portraits und sonstigen Illustrationen von Dr. Adolph Kohut, Druck und Verlag von A. H. Payne in Leipzig-Reudnitz. Heft 6—13. Ein herrliches Werk, das in keinem gebildeten Hause fehlen sollte, durch welches uns erst so recht klar wird, welche große, segensreiche Wirksamkeit Juden auf den verschiedensten Gebieten der Kunst und Wissenschaft, des Welthandels, des Gewerbes, und der Industrie entfaltet haben, und wie bedeutend die Kulturarbeit war, welche