Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 21 (1901)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1901)
- Date
- 1901-04-01
- Page
- Seite 93 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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93 kommentirte dieser Tage die Regierungsübernahme des Königs Eduard VII. mit der Bemerkung, daß die gegenwärtige Gelegenheit die erste ist, in welcher die Proklamation eines Souveräns von Juden mitgezeichnet wurde." Daran fügt das genannte Blatt „Black and White“: „Man kann noch weiter gehen und Nachweisen» daß seit der Eroberung Judäas durch die Römer die verstorbene Königin der erste Souverän von jüdischer Abstammung war, welcher je auf einem Throne saß. Ihre Mutter, die Herzogin von Kent, war tbatsächlich halb jüdischer Herkunft durch die Saalfeld's, eine rein israelitische Familie und eine der ältesten in Deutschland. Was nun den König betrifft, so sind in seinem Gesichte die charakteristischen Züge der auserwählten Race noch nicht ganz verwischt, und die Vorliebe und ausgezeichnete Eignung für die schönen Künste, welche bei vielen Mitgliedern der königlichen Familie hervortritt, ist durchaus judaistisch, sowie es auch wohl bekannt ist, daß jüdische Frauen eine diesbezüglich größere Fähigkeit besitzen, als die der anderen Racen." Vielleicht erblicken Specialforscher in der angeführten Thatsache die Anregung, derselben nachzugehen, einstweilen und bis dahin möchten wir vermuthen, daß das Blatt „Black and White“ sich in seinen Historischen Forschungen „verirrt" Hat. — Die Universität von Eambridge Hat den Bachelor of Art des Trinity College, Baron James Armand Edmund de Rothschild, Sohn des Baron Edmund Rothschild den Harnes-Preis für die beste Arbeit über Shakespeare zugesprochen. Der Preis wird einmal in drei Jahren vertheilt. — In dem kleinen Theater Suworins in St. Petersburg wurde ein antisemitisches Tendenzstück „Söhne Israel" aufgeführt. Das Stück schildert das Leben jüdischer Schmuggler und rief unerhörte Auftritte hervor. Gurken, faule Aepfel, Galloschen flogen auf die Bühne; dennoch spielte man unter wüstem Lärm die vier Akte herunter. Die Polizei schritt ein, hatte aber nur den Erfolg, daß den Schutzmännern die Mützen abgeschlagen wurden und sich der Skandal fortsetzte. Suworin will trotz dieser Szenen das Stück wieder aufführen. — Von dem groß angelegten Werke des Herrn Mathias Hersohn „Ueber die alten Synagogen in Polen", ist vor Kurzem das zweite He^t erschienen. Dasselbe bringt eine große Fülle illustrativen und historischen Materials, in der geschmackvollsten und anziehendsten Weise verarbeitet. Es kommen hier zwei der merkwürdigsten alten Synagogenbauten, mitsammt der inneren Ausstattung und Dekoration, zur ausführlicheren Behandlung und Darstellung, nämlich die von Pohrebyszcz bei Rewyczew, und die von Lutomiersk bei Piotzkow. — Das Hebrew Union College in GiNrinnati hat laut Programm die Ethik von Professor Lazarus zum Lehrgegenstand eingeführt mit Vorlesung und Diskussion. — Die erste Frau, die in Utah ins Parlament gewählt wurde, war Mrs. Elizabeth Cohen. — Aus Teheran wird berichtet: Die Reise des Schah Mussafer Eddin nach Europa beginnt jetzt sichtbare Früchte zu tragen. Das Ministerium des Aeußern wurde bereits nach europäischem Muster reorganisirt und 20 junge Männer aus den besten Familien Persiens wurden behufs ihrer weiteren Ausbildung nach Europa entsendet. Für seinen eigenen Sohn,