Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 21 (1901)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1901)
- Date
- 1901-04-01
- Page
- Seite 78 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2969669-2969906-2969910--6256-2975615- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 78 — uns ist es, die Geistesmacht wieder in Bewegung zu setzen, den läuternden Geist der Wahrheit in Israel zu beleben, höhere Bestrebungen wieder zur Geltung zu bringen und mit ernstem Gottessinne, mit rechter Menschenwürde, mit edler Geistesgröße, mit reiner Gesinnungshoheit uns auszurüsten, die selbst den ausgesprochensten Gegnern Israels Achtung abnötigt, und uns die Liebe und Teilnahme allen rechtdenkenden Menschen sichert. Streut die Saat der Gerechtigkeit aus, lasset die Früchte des Edelsinns reifen, laßt auf dem Acker Israels die edlen Keime ersprießen, denn Zeit ist es, die Wege des Herrn aufzusuchen. Wenn Israel wie in der Morgenstunde seiner Erlösung dasteht als eine Schaar des Herrn, als eine Gemeinde Gottes, dann wird ihr Licht nicht verdunkelt, dann wird ihre Sonne nicht untergehen. Wenn wir vereint sind, in Recht und Wahrheit, in Gottessinn und Menschenwürde, dann werden wir allezeit ungestört unseres wohlerworbenen Rechtes uns erfreuen, die Erde wird uns überall ein Vaterland, eine Stätte der Heimat, ein Boden des Segens sein, und blühen und gedeihen wird Israel als ein Zweig von edlem Stamme, als eine Lieblingspflanze Gottes, an der die Frucht des Segens reist und eine Zierde der Menschheit wird man es nennen, ein Volk, das das Licht der Welt ist, das Thaten des Geistes vollführt, Werke des Heiles schaffet, zur Ehre Gottes, zum Segen der ganzen Menschheit. Die Diätetik der Tatmudisten im Lichte der modernen Medizin. Vortrag, gehalten am 7. Februar 1901 im „Kodimahverein" zu Berlin von Drmcd. A. Wirschubsky (Wilna). Meine Herren! Der wesentlichste Teil des Vortrages, den ich die Ehre habe hier zu halten, ist vor Kurzem von mir in einer medizinischen Zeitschrift*) veröffentlicht worden. Hier aber werde ich der Frage, den anders gestalteten Bedingungen gemäß, einen andern Charakter beilegen und sie demgemäß zu erörtern versuchen. Die Überschrift meines Vortrages giebt genauen Aufschluß darüber, worum es sich hier eigentlich handelt, nämlich über die Nahrungslehre der Hebräer. Diese Lehre nimmt doch, wie bekannt, eine hervorragende Stellung ein, nicht nur in der Litteratur der Juden, sondern auch in deren Leben; sie hat aber außerdem auch auf die historischen .Geschicke des jüdischen Volkes im Wesentlichen mit eingewirkt. Ich führe hier diesen Umstand an, damit er mir zur Entschuldigung diene, daß ich mir erlaube, die Aufmerksamkeit der Ihrer Vereinigung für dergleichen Fragen in Anspruch zu nehmen. *) Archiv f. physik-diätet. Therapie 1900. No. 12.