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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1901-11-01 · Heft 11 (1.11.1901) · p. Seite 250

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
21 (1901)
Issue
Heft 11 (1.11.1901)
Date
1901-11-01
Page
Seite 250 (sequence 10)
Language
German
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kleiden sich wie wir und unterscheiden sich von der übrigen Bevölkerung nur durch ihre religiösen Gebräuche. Da nun bei uns ein Jeder glauben kann, was er will, so sind die Juden als Sekte vor Angriffen staatlich geschützt. Nach unsere» Geschichte werken falnen die „Tiav-king-ldav” etwa 200 Jahre vor der christlichen Zeitrechnung, unter der Han-Dynastie, nach China. Sie besitzen in Kai-Tong-Tou, der Hauptstadt der Provinz Homang, eine Synagoge, welche Li-pai-sse heißt und viele alte Inschriften, teils in chinesischer, teils in hebräischer Sprache enthält. In diesem Tempel befindet sich ein besonderer Raum, den nur der Oberpriester betreten darf. Wie diese Juden behaupten, stammen ihre Vorfahren aus dem Königreich Juda und gelangten aus langer Gefangenschaft nach China, wo sie gastfreundlich ausgenommen wurden. Hier leben sie zumeist in der Provinz Ho-nang mit der mohammedanischen Bevölkerung vermischt in guter Eintracht und bekleiden mehrfach öffentliche Ämter in der Verwaltung. Bei ihrem Gottesdienste, den sie regelmäßig am Sabbath halten, verhüllen sie sich das Gesicht mit einem durchsichtigen Gewebe und lesen das Gesetz. Der Andächtige legt das „Ta-king“, oder das heilige Buch, auf ein Pultneben welchem ein Mula als Vorsager steht und genau darauf achtet, daß kein Wort ausgelassen werde. Im Allgemeinen sind die hiesigen Juden arm, und was ihre Zahl betrifft, so ist dieselbe mit Sicherheit nicht festzustellen. Das ist Alles, was ich über die hier lebenden Juden weiß. Ist es auch nur wenig, so wird es Sie doch interessieren. Es mag Ihnen zeigen, daß die jüdische Einwanderung in China älter ist, als man gewöhnlich annimmt und daß diese religiöse Sekte seit etwa 2 Jahrtausenden friedlich und unangefochten unter uns lebt. In Europa hat sie viele Verfolgungen (chui-kan) erleiden müssen, wodurch wohl die Absonderung (tsn-kai) und gegenseitige Entfremdung entstanden ist. Diese Verfolgungen, welche seit einiger Zeit wieder begonnen haben, erscheinen mir als Bekenner der Lehren des Konfucius (Llwng-kiua) um so unbegreiflicher, als gerade die christliche Religion dieselben verbietet. Wir besitzen auch Ihr heiliges Buch in chinesischer Sprache und darin steht geschrieben, daß, was Sie „lieben" und „ai“ nennen, das höchste Gebot ist. Gin jüdischer Münzmeister des 16. Jahrhunderts. Bon E. Jonas Schachtitz. Bon Alters her waren die Juden in der Kunst des Scheidens der Edelmetalle wohlbewandert und besitzt sogar der hebräische Sprachschatz z>vei ganz verschiedene Ausdrücke „sahab“ für Gold überhaupt und „pas“ für geläutertes Feingold. In Folge dieser besonderen Fähigkeit auf metallurgischem Gebiete sehen wir im Mittelalter auch bei christlichen Fürsten jüdische Münzmeister angestellt und auf

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