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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1901-02-01 · Heft 2 (1.2.1901) · p. Seite 47

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
21 (1901)
Issue
Heft 2 (1.2.1901)
Date
1901-02-01
Page
Seite 47 (sequence 23)
Language
German
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— 47 — (Gserah schawah) von Vorneherein feststanden. Wohl aber mochte die subjektive Gedankenoperation das objektive Denkgesetz (Gserah schawah) immer mehr auf die Analogien zweier Objekte auch verschiedener Termini erweitert und wiederum durch Jntrepretationen und Folgerungen des Mehr (Raba) auf das Weniger (miut) in Form und Inhalt verengt haben. Endlich wurde die Regel der Abundanz des Wortes mit normgebender Wirkung bei einem Gliede und bindender Kraft bei beiden Gliedern der Analogie (Gserah schawah) geschaffen, um der allerdings von den Hilleliten eingeführten Methode der helachischen Deduktion aus rationel-traditioneller Anschauung heraus eine Grenze zu setzen. Die Entwickelung, welche der gelehrte Verfasser der „hermeneutischen Analogie", in allen Notizen der taldmudischen Litteratur für die hermeneutische Analogie auf- und nachweist, ist für historisch-halachisches Studium und für talmudische Methodologie von grundlegender Bedeutung. In gleicher Weise hat Herr Prof. Dr. Schwarz sich durch seine Tosifta zu Sraim (Wilna 1890) ausgezeichnet, welchen ich wohl einen Pilpulisten in edelstem Sinne des Wortes und in deutschem Geiste nennen möchte, da Kritik und Dialektik ihn zu diesem Attribute berechtigen. In der Einleitung zu der von Prof. Schwarz lichtvoll kommentierten Tosifta bietet der Verfasser über dieses Gebilde helachischen Geistes ein, meiner Meinung nach, recht zu- ' treffendes Bild. Die rudimentären geologischen Erdschichten können, wenn elementare Gewalten die Reihen derselben erschüttern und durchbrechen, nur nach den Petrefakten, den Denkmünzen der Schöpfung hinsichtlich der Natur und des Alters beurteilt werden. So sind die geistigen Gebilde der Mischnahsätze, welche Rabbi Akiba, Rabbi Meier und Rabbi Judah der Heilige zusammentrugen, die aber der letztgenannte Redakteur der Mischnah ausscheiden ließ in dem zu methodffcher Collektion durch R'Chija und R'Oschiah verarbeiteten, mit den Meinungen des R'Nehemjah sehr häufig verwobenen Werke Tosifta zu beurteilen. Die Stürme der Ereignisse stürzten Ordnung und Plan des Sammelwerkes Tosifta, welches nur durch die geistigen Denkmünzen der halachischen Midraschim beurteilt werden könne. Von diesem Gesichtspunkte aus kommentiert der Verfasser die Tosifta und bietet seine Spezial-Einleitungen zu den Traktaten. Hervorgehoben sei der Gedanke, daß die geschaffene Natur der Pflanzenwelt in ihrer Entstehung und Entfaltung und Gestaltung in Licht und Luft und Frucht an den unerschaffenen Schöpfer erinnert, dem wir die Segnungen (Brachoth) weihen zum Danke dafür, daß wir geerntet wie wir gesäet haben (Sraim). Mit diesem einleitenden Gedanken zum Traktate Berachoth im Zusammenhänge desselben mit dem Teile Sraim ist die Brücke gewonnen von der Halachah zur Hagadah. Auf agadischem Gebiete aber bietet der VII. Jahresbericht der israel.-theolog. Lehranstalt zu Wien (1900) einen überaus schätzenswerten Beitrag durch Herausgabe und Commentierung des Tana d’be, Eliahn von Lektor M. Friedmann. Dieses Werk hat, weil es Ktuboth 106 a dem Propheten Eliahn zugeschrieben wird, der den Inhalt derselben R'Anan gelehrt hat,

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