Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 21 (1901)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1901)
- Date
- 1901-02-01
- Page
- Seite 43 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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**' '-..--r — ,E l—;jr -/ *r*eY»r~. lyi^jp — 43 — Philosophen zur künstlerischen und sittlichen Einheit verschmolz. Seine ganze Per-' sönlichkeit, sein ureigenes Selbst lebt in jeder seiner Schöpfungen, und zugleich erhebt sich Alles bei ihm auf die Höhe des allgemein Menschlichen. Daher der befreiende Grundton seiner Dichtungen und ihr volkserzieherischer Wert, daher auch ihr bezwingender Persönlichkeitszauber! Und diese Persönlichkeit hatte das Gepräge eines Adelsmenschen. Erblickte doch Jacobowski die Bürgschaft für die Beglückung der Menschheit in der Vollendung des Individuums zu einem sittlichen und erdenfrohen Thatenmenschen, und diesem Ideale diente sein dichterisches Schaffen, das den Zug ins Große hat. Ein brennender Ehrgeiz, der höhenwärts gerichtet war, beseelte den Menschen, den Dichter, und der Wahlspruch seines Ringens könnte die Adlerdevise der alten Romantiker sein: „Ascendam“, „Aufwärts!" — In München, Berlin wie Frankfurt a. M. haben in letzter Zeit eine Anzahl Gemälde eines jungen Künstlers, Jacob Nußbaum, erhebliches Aufsehen erregt. Die süddeutsche Presse, in ihren auf dem Kunstgebiete bedeutendsten Organen, rühmt in der Eigenart dieses jungen Talents einen großen Fortschritt zur logischen Ausübung der Grundsätze der Freilichtmalerei, insofern als er sich aller Concession an Atelierwirkung in seinen Portraits enthält. In seiner Vaterstadt Frankfurt a- M. ist zur Zeit im Kunstsalon von Posen und Schames eine Kollektion seiner Portraits und Landschaften in pleinairistischer, derbstrichiger Technik und Manier ausgestellt. ' Ein Frankfurter Blatt widmet den Gaben des jungen Künstlers, folgende anerkennende Besprechung: „Das unbestreitbare Talent Rußbaum's hat viel Eigene- und bedarf nur noch des Ausreifens. Seine Darstellung geberdet sich mitunter noch etwas wild und wenig wählerisch. Doch finden sich so treffliche Licht- und Luftbehandlung, so packende Portraits vor, daß man sich bald von seiner bezwingenden Individualität gefesselt fühlt. Besonders im Bildnis in seiner eigenartigen Verbindung mit Landschaft oder Interieur leistet Nußbaum Erstäunliches. Im Genre der Freilichtstudien scheint er Liebermann verwandt. Auch Zeichnungen lassen sein bedeutendes Talent erkennen, das auch bereits in München und Berlin Anerkennung gefunden. — Die militärische Besetzung der Stadt Konih durch Mannschaften des Infanterieregiments Nr. 14 wird vor der Hand laut ministerieller Anordnung bis zum 1. April aufrecht erhalten bleiben. — In der Aula des neuerbauten Schulhauses der jüdischen Gemeinde in Magdeburg wurde die Bronze-Büste des verdienstvollen ehemaligen Rabbiners Dr. Ludwig Wlippfo« feierlich enthüllt. In Magdeburg schuf Philippson zahlreiche bibelkritische, liturgische und Pädagogische Arbeiten und begründete daselbst die „Allgemeine Zeitung des Judentums." Der älteste Sohn des Gefeierten, Herr Professor Dr. Martin Philippson, dankte der Gemeinde im Namen der Familie. — Nach kurzem Leiden verschied am 16. Dezember 1900 in Berlin im Alter von 75 Jahren der rühmlichst bekannte und hochverehrte Dirigent der ersten Religionsschule, Dr. Moritz Kirschstein. — Herr Sal. Kaufmann sprach im Litteratur-Verein in Cöln über „Flavius Josephus, sein Leben und seine Werke." Der