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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1901-02-01 · Heft 2 (1.2.1901) · p. Seite 37

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
21 (1901)
Issue
Heft 2 (1.2.1901)
Date
1901-02-01
Page
Seite 37 (sequence 13)
Language
German
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stämmlingen wider Wissen unter uns Kennzeichen, die einen semitischen Ursprung mit seinen angeblichen Folgen, auch nur im entferntesten ahnen ließen. Dies zur Erkenntnis von der Unrichtigkeit der Behauptung des nie versiegenden Semitenblutes oder, dem es so lieber ist zur Bekräftigung, daß viele europäische Juden damals schon keine Semiten waren und die Symptome der abgeschlossenen Minorität unter freien Lebensbedingungen bald verschwinden. Weder in der semitischen Race, noch in den von dieser bevorzugten Religionen sind Charakterzüge und Eigentümlichkeiten verborgen, die bei anderen Völkern und in anderen Religionen in selber oder ähnlicher Form nicht wieder zu finden wären. LederHerz. Aus den Erinnerungen des evangelischen Pfarrers Rudolf Kausler. Wahre Menschenfreundlichkeit zeigt sich darin, daß wir jedem Mitlebenden, der'uns ungekannt und flüchtig begegnet, die gemeinsam gegebenen Augenblicke mit Gutem zu erfüllen trachten. Die wahre Menschenliebe bethätigt sich darin, daß wir den Gedanken der Zusammengehörigkeit festhalten, auch da, wo wir den Widerspruch und Gegensatz vor Augen haben. Nur wenn wir uns liebevoll gegen Menschen andern Glaubens, anderer Überzeugung bewähren, nur dann haben wir das Recht, uns Bekenner der Religion der Liebe zu nennen. Menschenfreundlichkeit, die sich nur auf Bekannte, Menschenliebe, die sich nur auf Glaubensgenossen beschränkt, verdienen diesen Namen nicht. Gewiß hat sich hierin jeder Unterlassungssünden vorzuwerfen. Auch ich- Aber ich erinnere mich gern, daß es mir einmal beschieden war, mit freiem Gemüte und in ganzer Liebe einem Andersgläubigen hülfreich zu sein. Die Hausierer und Trödler sterben in unfern Tagen aus. Seitdem wir Eisenbahnen haben, -holt sich jeder, was er bedarf, aus den stehenden großen Magazinen. Ehedem aber war solch ein Hausierer, bei dem Alles zu haben und Alles anzubringen war, eine eigentümliche Figur im Dorfe. Jedermann kannte ihn und er blieb doch immer ein Fremder. Als ich in Waldhausen Pfarrer war, hatten wir solch einen Hausierer, der fünf Tage in der Woche daheim war, ohne sich je ansässig zu machen. Sein Heimatsort war acht Stunden von uns entfernt, und in der Regel war er schon Sonntag in der Frühe bei uns; erwanderte die Nacht hindurch mit seinem schweren Quersack den weiten Weg. Er hatte nichts Zudringliches, und ich erinnerte mich bei ihm gern eines Wortes, das einst bei unseren Landständen ausgesprochen wurde. Es war davon viel die Rede, wie gefährlich die Hausierer seien, wie sie die Menschen zum Ankauf von Dingen verleiten, deren sie nicht bedürfen, und da sagte ein alter, trocken witziger Professor: „Ja wohl, ich kenne diese Gefährlichkeit dieser Wege-

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