Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 21 (1901)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1901)
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Ideale des Judentums sind der Verwirklichung näher gekommen,, die schuft hat große Fortschritte gemacht. Bleibt noch Vieles zu rvünfchelk dürfen wir doch nicht undankbar gegen die Vorsehung sein, die «ns Bon Kaiser Hadrian erzählt der Talmud, er wollte den Tempel im Jahre 118 wieder aufbauen, unterließ es aber eine große Bewegung unter den Juden. Rabbi Josua b. EhanaNia die Menge tnit folgendem Gleichnis: Ein Löwe hatte einen ihm im Halse stecken blieb. Da kam ein Kranich und zog ihn mit Schnabel heraus. Als dieser geflügelte Doktor seinen Lohn für die forderte, wies ihn der König der Tiere ab mit dem Bemerken, er Möge sein, daß er mit heiler Haut aus seinem Rachen herausgLkommen sei. <ä auch wir froh sein, daß wir unversehrt an Geist und Körper geblieben aller Gefahren, die uns zu verschlingen drohten. — Über die Landwirtschaft j den Juden hielt der Generalsekretär des Vereins zur Förderung der Bsdtti unter den Juden Deutschlands, Herr Dr. Ernst Tuch aus. Bdrlin im Literatur- und Kulturverein zu Thor« einen Vortrag. Redner trat dafür" einA die deutschen Juden sich in möglichst großer Zahl, der Landwirtschaft zuwe möchten, Der Kaasmannsstand, dem die Juden heute fast ausschließlich angeh! biete ihnen nicht mehr genug Platz zur Bethätigung; auch zur Antisemitismus würde es dienen, wenn die Juden sich aus freien Stücken entschsiei sich nrehr und mehr aus -dem Handelsstande zurückziehen. Im Mittelalters freilich den Juden nichts als Handel gestattet gewesen; es sei abergrundirph Wenn man die Juden oder wenn gar diese selbst sich für den Handelsstarch/ ders prädestiniert hielten. Im Gegenteil seien die Juden, was die Bibel nD alte jüdische Geschichte bewiesen, ein Hirten- und Ackerbau treibendes Volk W Und im Ackerbau allein liege auch die Zukunft der Judenheit. .Bon den welche ein akademisches Studium erfordern, blieben viele den Juden vtzrW andere, wie z. B der ärztliche und juristische Beruf, seien bereits' von Juden füllt. Auch das Handwerk habe einen schweren Stand und werde von der Indus bedroht, nur die Landwirtschaft werde bis in alle Zukunft bestehen. Der Mrs Bauer sei. das, was die Judenheit mit allen Kräften anstreben müsse; in Südmß Argentinien rc. bewähre sich der jüdische Bauer auch bereits auf's glänzendste, wäW in Deutschland erst 3300 Juden der Landwirtschaft angehören. Der Bere Förderung der Bodenkultur unter den Juden hat die Absicht, ein -Gut zu und die besten Schüler der Lehranstalt zu Ahlem dort einen mehrjährigen kursus in der Landwirtschaft durchmachen zu lassen, um sie dann dort anzusie! Redner empfahl auch die Unterstützung von Schulgärten und appellierte jüdischen Frauen, die Förderung dieser Sache sich angelegen sein zu lassem Wn hielt.Herr Dr. Eoblenz aus Bielefeld einen Vortrag über »Die bewegung des Judentums im örsten Drittel des 19. Jahrhunderts". Ri