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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1901-01-01 · Heft 1 (1.1.1901) · p. Seite 22

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
21 (1901)
Issue
Heft 1 (1.1.1901)
Date
1901-01-01
Page
Seite 22 (sequence 22)
Language
German
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zerung des Herrn von Herzberg-Lottin und die Ablehnung jüdischer &;itt Hessen bekunden. Wir haben aber auch einige Züge zu verzeichnen, ^"-"stilvollen der Regierung gegen uns bekunden. Dahin gehört, daß Aek der Kaiser selbst Militär nach Könitz beordert hat, um die Krawalle gegen rk Glaubensgenossen zu unterdrücken; daß das Kultus-Ministerium in Preußen ^.ersten Male einigen leistungsukkfähigen jüdischen Gemeinden Beihülfen zum MDpnEnterricht und zu Schulbauten bewilligt hat u. A. m. Viel trüber sieht Österreich aus, besonders in der Reichshauptstadt Wien. Bezeichnend ist der l Ärateli, woselbst der Minister erklärte, vor den Mauern der Klöster höre MDachtz der Polizei auf- Das Mädchen ist noch immer verschwunden und auch andere Altersgenossinen desselben. Durch eine engherzige Gesetzgebung sind sende jüdischer Grubenarbeiter in Boryslaw in Not geraten. In Frankreich KW itn Sommer aus geschäftlichen Gründen Ruhe, aber der Funke glimmt unter st Asche fort. Die antisemitische Gesinnung hat sich neuerdings im Fall Coblentz kttmentirt. Bei der letzten Wahl des Pariser Gemeinderats ist die nationalistische btei aus der Urne als Siegerin hervorgegangen. Die „Affaire" scheint noch ße nicht erledigt; in Algier wühlt Max Regies fort. England ist die Zufluchtsh der vertriebenen Juden, die Regierung bleibt frei von jedem unfreundlichen G der die Welt durchweht.. Jetzt sitzen daselbst 13 Juden im Parlament, tzxsuche gegen die Fremden-Einwanderung sind bis jetzt noch nicht geglückt. In M gastlichen Hauptstadt fand im Sommer der Zionisten-Kongreß statt. Man si über den Zionismus denken, wie man will, er hat das eine Gute, daß er bei ien Jltden das Selbstbewustsein weckt und stärkt. Die Juden in Italien haben nicht zu beklagen, 10—12 derselben sitzen in der Kammer, viele bekleiden hohe »ter im Ministerium und in der Armee. Jüngst starb daselbst Isaak Artom, Dsmalkger Botschaftsrat in Paris, Gesandter in Karlsruhe, General-Direktor im «smsterium und zuletzt Senator. Rußland bietet ein trauriges Bild für die Juden, ^Hoffnungen auf den jungen Kaiser haben sich nicht erfüllt. Er mag ja vom £jj$9R Willen beseelt sein, der oberste Senat entscheidet auch zu Gunsten der Juden, Mn die niedere Beamtenschaft hat auch ihre eigene Gesetzesauslegung; der Himmel ij7hoch und der Zar weit. Unser Schmerzenskind ist Rumänien; hunderttausend« M;er Glaubensbrüder stehen heute noch unter besonderem Gesetz, von allen Rechten Aigeschlpfsen. Arbeitswillig und zu den schwersten Arbeiten bereit, finden sie ihr Wstot nicht, selbst die Schulbildung ist ihren Kindern versagt. Redner schilderte AM die Lage der Juden in andern Erdteilen und schloß mit folgenden Wörtern M wir das vergangene 19. Jahrhundert überschauen, so dürfen wir zufrieden' Mag auch aus dem Grabe des Mittelalters manches Werkzeug herausgeholt die Weltgeschichte läßt sich nicht zurückschrauben. Wir Juden stehen heute r ganz anders da, als unsere Väter vor hundert Jahren. Damals aller Bürger« tbar, wurde das abgekaufene Säculpm das Jahrhundert der Emanzipation.

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