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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1901-01-01 · Heft 1 (1.1.1901) · p. Seite 21

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
21 (1901)
Issue
Heft 1 (1.1.1901)
Date
1901-01-01
Page
Seite 21 (sequence 21)
Language
German
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— 21 ausreichen. Was mich davon an« meisten interessierte, waren die Spuren! Altertums und ich habe mir dieselben während meines kurzen Aufenthaltes in diese Stadt genügend betrachtet. , * ÄM Einen traurigen Anblick bietet das Ghetto oder Judenviertel; unsere GlaDM genossen leben dort in den schwersten und gedrücktesten Verhältnissen. Sie find H einen der kleinsten und elendesten Teil der Stadt angewiesen, der seiner Lage ein Teil des alten Rom ist. Dort hat inan ihnen einige schmutzige Straßen lassen, in die man durch Thore gelangt, die bei Nacht geschlossen sind/ f größte Teil der Juden widmet sich dem Kleinhandel, nur wenigen ist es stattet, einen anderen Beruf zu ergreifen. Infolge des Druckes, der .äuf-W8 lastet, herrscht große Unwissenheit unter ihnen, und sie haben nur gerade sch vHD Ärzte, als sie unbedingt brauchen. Nächst dem Judenviertel steht der Tri:A' bogen, der für Titus errichtet wurde, als er nach der Zerstörung Jerusalems in Rom einzog, auf diesem Triumphbogen sind verschiedene heilige Gesäße DM Tempels dargcstellt, z. B. der goldene Leuchter und der Tisch für die SchaubwW^ Die Juden machen gewöhnlich einen Umweg, um nicht unter diesem TriumphbögM durchgehen zu müssen. Ringsumher sieht man das alte Rom in Ruinen - wandelt, zerfallen und in Trümmern daliegen, während das Judentum noch und immer bestehen wird. Wie eine Antwort auf den Stolz der prächtigen 5) trägt die einfache aber große Synagoge folgende- Inschrift auf einer. schw».-»^.,- Platte: „So ich dein vergesse, Jerusalem, so versage meine Rechte!" — Dies fllje&.i ist für mich interessanter und erbaulicher als aller Glanz, den daS ChrifteiituWI hier entfaltet, das in Italien wie ein wahres Heidentum aussieht. Än-mir-tlchDE sich das Sprichwort bewahrheiten, in Rom gewesen zu sein und den Papst 'MtzM gesehen zu haben. Bis jetzt hatte ich noch keine Gelegenheit, ihn zu sehe» r’s werde mich auch nicht weiter darum bemühen!" (Aus dem Französischen übersetzt.) Wonatsschau. Im „Verein für jüdische Geschichte und Literatur" in Kill» hielt ,, Rabbiner Dr. Frank einen Vortrag über: „Juden und Judentum im verflossen«^ Jahre". Der Redner entrollte ein Bild aller Ereignisse des ablaufende« Jahres Biel Trauriges und wenig Freudiges begegnete uns auf der Wanderung durch Staaten der Welt. Zunächst in unserm deutschen Vaterlande ist es, mit AnsmhWM einiger traurigen Punkte, die einen tiefen Schatten auf den Kulturstand Kreise wirft, nicht schlimmer geworden. Die antisemitische« Parteien zerspkAE.^ sich, ihre Führer bekämpfen sich gegenseitig auf's heftigste, aber die uns ist nicht freundlicher geworden, wie die Prozesse gegen den Grafe»

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