Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 21 (1901)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1901)
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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-s..v^rr .-fyzj. — 7 — anderen Völkern politische Rechte eingeräumt werden sollen, so find sie falsch. Aber diese Prophezeihungen sind sicherlich nicht falsch. Deshalb können sie nicht die Bedeutung haben, welche ihnen mein ehrenwerter Freund beilegt. Noch eine andere Einwendung wurde gegen den Antrag erhoben; daß die Juden die Ankunft eines Messias, die Rückkehr nach Jerusalem,. Wiedererbauung des großen Tempels und die Herstellung ihres alten Gottesdienstes H erwarten und daß sie daher England immer nur als das Land ihres Exils, als ihr Vaterland betrachten werden- Aber es hieße die menschliche Natur gröblich verkennen, zu glauben, I die Erwartung eines Ereignisses, welches, zu einer ganz bestimmten Zeit eintretHtz^ soll, eines Ereignisses, welches während vieler Jahrhunderte vergeblich erwartet,^ wurde, von welchem selbst diejenigen, die ihm mit Zuversicht entgegensehen, nichts glauben, daß sie oder ihr? Kinder oder ihre Enkels es erleben werden, den mensDH lichen Geist so beschäftigen könne, daß er das Gegenwärtige und Rai nicht beachte. In der That, Christen wie Juden glauben, daß die bestehende Ordnung der Dinge ihrem Ende entgegen geht. Die Christen glauben, daß Jestts selbst 1000 Jahre die Welt regieren werde; Personen, die sich für berufen hielt Prophezeihungen auszulegen, vermaßen sich sogar, das Jahr zu bestimmen, ip: welchem das tausendjährige Reich anfinge. Viele glauben, es sei das Jahr löÄH nach anderen ist der Zeitpunkt nahe bevorstehend. So wollen wir alle AnhängerH dieses Glaubens vom Parlament und Ämtern ausschließen aus dem Grunde, sie mit Ungeduld dies wunderbare Königreich erwarten, welches die bestehetchs« Constitution und den jetzigen König ersetzen soll und daher keine tkduen.UuiiMH thanen Königs Wilhelms sein können? . In entern wichtigen Punkte muß sogar mein ehrenwerter Freund, das glied für die Universität Oxford, zugestehen, daß die jüdische Religion die wenig unheilstiftende aller Jrreligionen ist. Es ist nicht die geringste Wahrscheinliche vorhanden, daß sie sich ausbreite. Der Jude will niemanden bekehren- Cs ka sogar behauptet werden, daß er Proselyten abweist, ja er betrachtet es als DH würdig, wenn einer, der nicht seiner Rasse ist, sich anmaßt, seine Religion a nehmen. Es ist daher nicht befremdend, daß der Übertritt eines Juden Christentum eine seltenere Erscheinung ist, als eine totale Sonnenfinsternis- Geschichte eines hochgestellten Convertitcn des - letzten Jahrhunderts, Lord^ G Gordon, verdient es, in Erinnerung gebracht zu werden. Wenn es je en Proselyten gegeben, auf den eine bekehrungseiftige Sekte hätte stolz sei» kö so ward Lord Georg Gordon ein solcher;'nicht allein wegen seiner hohen Dchu und seines hohen Ranges, nicht allein, weil er ein Mitglied der Legislatur wesen, sondern auch deswegen, weil er sich durch die Intoleranz, den gerat» wilden Eifer für die besondere Form seines Christentums auszeichnete. E ihn etwa in die Synagoge gelockt, ihn je willkommen geheißen? Mit ms