Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 21 (1901)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1901)
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Man erlaubte ihm kalt und widerwillig die Beschuldigungen und Leiden des aus- - erwählten Volkes zu teilen, von ihren Privilegien blieb er streng ausgeschlossen. -/Er unterwarf sich der schmerzlichen Ceremonie, welche das Gesetz den Juden vor- / .schreibt, aber als er auf seinem Totenbette bat, man möchte ihn auf ihrem Friedhof; mtb mit ihren Gebräuchen begraben, bedeutete man ihm, daß seinem Gesuche nicht /.willfahrt werden könne. Ich verstehe dieses: Hört : Es erinnert mich daran, daß; einer der Gründe gegen diesen Antrag der war, daß die Juden ein ungeselliges > Volk seien, daß sie sich eng an einander und gegen Fremde abschließen. Wahrlich, * es ist erheiternd, die Art und Weise, in welcher die Emancipatiön der Katholiken von einigen Herren früher erörtert wurde, mit derjenigen zu vergleichen, in welcher , heute von denselben Herren die Frage der Emancipatiön der Juden behandelt wird. Damals war die Parole: .„Sehet doch wie rastlos, wie verschiedenartig, ' wie anmaßend und doch einschmeichelnd der Geist der römischen Kirche ist, seht, wie ihre Priester Land und Meer durchziehen, um auch nur einen Proselyten zu machen, wie unermüdlich sie arbeiten, wie sorgsam sie die schwachen und starken Seiten /jedes einzelnen Charakters erforschen, wie geschickt sie Literatur, Kunst und Wissenschaft anwenden als Mittel zur Verbreitung ihres Glaubens. Man findet sie unter! allen Himmelsstrichen, unter jeder Maske, Handschriften vergleichend in der Bodley- ,Bibliothek, Telescope aufstellend in der Sternwarte zu Peking, den Gebrauch des ' Pflugs und des Spinnrads den Wilden Paraguay's lehrend. Wollen sie denjenigen Macht verleihen, die so geschäftig, so eroberungssüchtig und so unersättlich sind?" Nun, heute handelt es sich um ein Volk, welches niemals versuchte, Fremde heranzuziehen, und das niemanden seines Glaubens würdig hält,, der nicht seines Dlutes isN Und nun sagen Sie: „Sie wollen den Mitgliedern einer Sekte Macht Wben, die abseits steht von allen anderen und niemand in ihren Schoß einladet, ja, kaum Neophyten zuläßt?" Die Wahrheit ist, daß Glanbenseifer nie um einen ^Vorwand verlegen ist. Welche auch die Sekte sein möge, die Anspruch auf Duld- -Mg erhebt, es werden die Eigentümlichkeiten derselben von Fanatikern als die verstbscheungswürdigsten und gefährlichsten dargestellt. / Was die Juden betrifft, so ist es wahr, daß sie sich abschließen, soweit die Meligion in Frage kommt und desto besser, denn als Christen können wir nicht Wünschen, daß sie sich Mühe gäben, uns von unserem Glauben abwendig zu machen; Aqh jedoch die Juden ungesellige Mitglieder der bürgerlichen Gesellschaft wären, jpitn die bürgerliche Gesellschaft ihre Pflicht gegen sie erfüllte, ist nie bewiesen Förden. Mein ehrenwerter Freund, welcher den vorliegenden Antrag einbvachteeine große Menge Beweisstücke gesammelt, um zu zeigen, daß man die Juden verleumdet und der ehrenwerte Vertreter der Universität Oxford hat diese Hkweise durchaus nicht widerlegt. Aber angenommen, es sei wahr, daß die Juden sind, angenommen, es sei wahr, daß sie England nicht als ihr Baterbetrachten, würde nicht dir Behandlung, die sie erfahren haben, ihre Ab>