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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1901-01-01 · Heft 1 (1.1.1901) · p. Seite 3

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
21 (1901)
Issue
Heft 1 (1.1.1901)
Date
1901-01-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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7* — 3 — überzeugt, daß, well es von ihm und mir höchst absurd wäre, uns zu beschweren, daß wir nicht Minister sind, es ebenso absurd von den Juden ist, sich verletzt jau fühlen, weil sie als Volk nicht zu öffentlichen Ämtern zugelassen werden. Mein ehrenwerter Freund hat sich sicherlich nicht bedacht, zu welcher Schluß» folgerung seine Argumentation führt. Denn diese Folgerungen sind so ungeheuerlich, ■ daß er selbst davor zurückschrecken würde. Meint er wirklich, die gesetzgebende Gewalt begehe kein Unrecht, wenn sie verordnete, niemand, der nicht anderthalb Centner wiegt, dürfe Richter sein oder keiner, der nicht sechs Fuß hoch ist, könne in das Parlament gewählt werden? Es soll jetzt ein Gesetz über die Regierung von Indien vorgelegt werden. Angenommen, wir fügten-die Klausel ein: kein von der Universität Oxford promovirter Student könne General-Gouverneur von Indien oder Gouverneur einer Präsidentschaft sein, würde nicht mein ehrenwerter Freund, eine solche Klausel für die schreiendste Ungerechtigkeit gegen die von ihm vertretene gelehrte Körperschaft erklären? Und, wenn man ihm mit seinen eigenen Worten? erwiderte, daß die Ernennung zu einem Amte eine Sache der Gunst sei und daß, die Ausschließung eines Individuums oder einer Klasse niemand beleidigen könne, würde er diese Antwort genügend finden? Bei näherer Überlegung müßte er sicherlich eingestehen, daß Ämterverleihungen von Seiten der Regierung nicht nach, rein willkürlichen Bestimmungen geregelt werden sollten, Bestimmungen, für welche nur Laune als Grund angegeben werden kann und daß diejenige^ welche eine' Klasse von den Regierungsämtern ausschließen wollen, verpflichtet sind, für dieft^ Ausschließung gewichtige Motive anzuführen. V Mein ehrenwerter Freund hat uns als Christen appelliert. ° Ich möchte ihn fragen, wie er das große Gebot versteht, welches das Gesetz und die Propheten in sich schließt? Kann man von uns sagen, daß wir anderen thun. was wir wünschen, daß man uns thue, wenn wir ihnen ungerechter Weise auch nur dengeringsten Schmerz verursachen? Als Christen haben wir sicherlich die Pflicht zu untersuchen, erstens, ob, indem wir die Juden von allen öffentliche» Ämtern ausschließen, wir ihnen Kummer machen, und zweitens, ob es notwendig ist, ihneH diesen Kummer zuzufügen, um größere Übel zu verhüten? Mein ehrenwerter Freundwird sicherlich nicht in Abrede stellen, daß wir den Juden Schmerz verursachen, indem wir sie von öffentlichen Ämtern ausschkießen. Er ist daher als Christ verpflichtet, diesen Schmerz von ihnen fern zu halten, wenn erdicht Nachweisen kann, was er sicherlich bis jetzt noch nicht gethan, daß für das allgemeine Wohl es tm* erläßlich sei, jene Leiden zu verlängern. - Er sagt ferner: „Wo wollen Sie innehalten, wenn Sie in das» Unterhaus Leute einlassen, welche die Wahrheit der Evangelien nicht anerkenne». Wollen Sie., einen Muselmann, einen Parsen zulassen, einen Indier, der einen Steinhaufen taif sieben Köpfen anbetet?" — Ich will die Frage mit einer anderen beantworte». „Wo wird er den« stehen bleiben?" Wird er Ungläubige bei langsamem Fe

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