Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 20 (1900)
- Issue
- Heft 12 (1.12.1900)
- Date
- 1900-12-01
- Page
- Seite 284 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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284 hebräische Aktenstück wurde unter dem Vorsitz des Großrabbiners Buuim aus Bonn entworfen und enthält 13 Paragraphen. § 1 bestimmt die Anstellung des Vorbeters Seligmann Ochs aus Lechenich. 8 2 stxirt die jährlichen Gemeindeabgaben im Gesamtbeträge von 115 Reichsthaleru. 8 3 enthält Bestimmungen über den Ankauf der Synagogenplätze in der provisorischen Synagoge. 8 4 spricht die Erblichkeit derselben selbst für eine spätere ständige Synagoge aus. 8 5 behandelt das Verfügungsrecht des Eigentümers über dieselben. 8 6 bestimmt die Befugnisse der Vorsteher. 8 7 enthält Vorbeter-Jnstruktionen. 8 8 spricht über die Beschaffung der Mittel zum Erwerb dreier Thorarollen. 8 9 handelt vom -gemeinschaftlichen Gottesdienst an Sabbath- oder Feiertagen, Montagen und Donnerstagen, sowie in Sterbehäusern und bei Jahrgedächtnissen. 8 10 verordnet die Einführung des Deutzer Ritus. § 11 bestimmt die Anfnahmegelder neuer Gemeindemitglieder 8 12 unterstellt die Gemeinde dem Kölnischen Land- und Großrabbiner Bnnim in Bonn. 8 13 spricht vom rituellen Bad. Dieses Gemeindestatut ist unterschriebe» von: Salomon Oppenheim, Josef, Sohn Isaaks Stern aus Mühlheim, Samuel Cohen, Sohn des Rabbiners Bnnim, Josef Dahlen, Anschel Wallerstein, Wolf Weßlinger, Meyer, Sohn Menachems aus Niendorf, Jekusiel Kaufmann ans Heidelberg, Süßkind Sohn des Seligmann, Isaak Sohn des Jakob aus Möderat, Samuel Sohn des Meyer, Nathan Neuwied, Elia Sohn des Abraham aus Bochum und Meschnllam Samuel Sohn des Salomon Abraham. Die drei Erstgenannten wurden zu Vorstehern erwählt. Bald darauf erwarb die kleine Gemeinde zwei alte von einem aufgehobenen Nonnenkloster stammende Häuschen in der Glockengasse als Schullokal und Beamtenwohnung, auf deren Hofraum der vorhandene Betsaal als provisorische Synagoge benutzt wurde, bis Freiherr Abr. von Oppenheim auf derselben Stelle das jetzige Gotteshaus erbaute. Die Leichen der Verstorbenen fanden laut Vereinbarung auf dem Deutzer, seit dem Jahre 1690 bestehenden, Friedhofe ihre Ruhestätte. Im Jahre 1815 wohnten in Köln 30 jüdische Familien, am 18. Mai 1843 zählte die Gemeinde 46 Familienhäupter, am 19. März 1851 135 Mitglieder, bei der Volkszählung 1881: 4379, 1885: 5300, 1890: 6500. 1895: 7950 Seelen, und bei der demnächstigen Volkszählung wird die Zahl 10000 überschritten sein. — Zur Preisausschreibung des Gr. Oberrates in Karlsrnhe sind 18 Arbeiten eingegangen, von welchen sich 15 auf die ganze Aufgabe (Übertragung der Liturgie für Freitagabend), die übrigen 3 auf einzelne Stücke dieser Liturgie erstrecken. Die Prüfung der Arbeiten und die Entscheidung über Zuerkennung der Preise dürfte längere Zeit in Anspruch nehmen. — Der Vorschlag des Herrn Professor Wlippson einen allgemeinen deutschen Iudentag einzuberufen, hat vielfach Bekämpfung gefunden. Wir glauben eine Organisation könne den Juden nur von Nutzen sein und bei wichtigen Fragen und Anlässen ist ein geschlossenes Vorgehen, zumal wenn es von einer offiziellen Vertretung ausgeht, viel wirksamer als die bis jetzt übliche Zersplitterung, von der ein Erfolg