Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 20 (1900)
- Issue
- Heft 12 (1.12.1900)
- Date
- 1900-12-01
- Page
- Seite 273 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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273 Rief den Schneider schnell herbei, Zeigt ihm den geborst'nen Fund: „Macht den Mörser ganz mir neu, Schneidert ihn mir blank und rund." „Seltsam ist's, was Sie mir bringen Ich bring Sand in Meiner Hand. Wollten Sie den Faden schlingen Durch die Körner von dem Sand." „Wenn Sie dieses mir vollbringen, Ruf ich meine Kunst herbei. Wenn durch Sand Sie Fäden zwingen Schaffe ich de» Mörser neu." Zion's Stätte war zerstöret, Und erloschen Glanz und Licht, Feinde hatten ganz verheeret Thron, Altar verschonet nicht. Staaten wären nur Gefäße Für des Volkes Heil und Wohl, Wenn das Volk die Kraft besäße,- Die es aus der Ehre hol'. Doch arme Volker nicht erringen Einheit in dem Ideal, Kann der Feind den Staat bezwingen, Dringen ein der Schmerz, die Qnal. Laßt den Faden uns gewinnen, Gottes Ehr' und Gottes Lehr' Und wir strahlen auf den Zinnen, Gott ist unsres Volkes Wehr. Diese ausgeführten Momente machen es auch vom religions-wissenschaftlichen Standpunkte aus zur Pflicht, der Gesellschaft zur Verbreitung des Handwerks und des Ackerbaues unter den Juden Achtung und Beachtung zu widmen. Die Chronik der Gesellschaft, die ihren Sitz in Berlin hat, erstreckt sich auf die Zeit von 1812 —1898 und wurde von Herrn Marcus Adler, dem wohlverdienten Mitgliede des Vorstandes der Gesellschaft heransgegeben*). Eine eigenartige Erscheinung bietet die Geschichte der Gesellschaft- Die Gleichstellung der Juden in Preußen durch das Edikt vom 11. März 1812 ruft die Gesellschaft ins *) Um die Chronik haben sich verdient gemacht: Dr. H, M. Cohn, Prof. Dr. Breßlau, Prof. Dr. Martin Philippson, Architekt Jul. Müller und Geheimrat Prof. Dr. Lazarus.