Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 20 (1900)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1900)
- Date
- 1900-11-01
- Page
- Seite 248 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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248 Schriftstellern beigegeben, aus Herodot, Borosos, den tyrischen Annalen des Alexander Polyhistor und Nikolaos von Damaskus. Für uns haben sie einen hohen Wert. Das Buch Esther ist das letzte von den benutzten biblischen Büchern. Was nun weiter folgt, die Geschichte der Juden unter Alexander und den folgenden Makedonischen Königen, ist aus anderen Quellen. Noch erhalten ist der sog. Aristeas-Bries aus dem Josephus die Geschichte der Uebersetzung der Siebzig geschöpft hat. Dies ist eine Schrift alexandrinischen Ursprungs, die etwa aus den I Jht. v. Chr. stammen mag. Aus Werken ähnlicher Herkunft und ähnlichen Alters ist das Uebrige abgeleitet. Weiterhin beginnt die Benutzung des I Makkabäerbuches bis zum Tode des Hohenpriesters Jonathan. Denn der letzte Teil des Buches (von I Mak 13. 30. an) ist von Josephus nicht mehr benutzt worden. Auch sonst hat er manches Eigentümliche, namentlich macht er den Judas Maskabäus zum Hohenpriester, was dann andere Aenderungen, vornehmlich in der Reihenfolge der Erzählung, nach sich gezogen hat. Außerdem hat die Erzählung des Josephus den Wert einer besonderen Recension und liefert der Textkritik des Makkabäerbuches wichtiges Material. Durch diese Teile ferner, zieht sich eine den Qnellen fremde Erwähnung der samaritarischen Juden als der hartnäckigsten Feinde der Rechtgläubigen. Von der Zeit des Hohenpriesters Simon ab läuft die Erzählung neben dem ersten Teile des „Jüdischen Krieges" her, dergestalt, daß die frühere Darstellung wiederholt und durch verschiedene Zusätze vermehrt wird. Es kann daher kein Zweifel sein, daß Josephus der Archäologie seine eigene frühere Darstellung und zwar von Anfang bis zu Ende, zu Grunde gelegt und wiederholt hat, so wie es auch andere Schriftsteller des Altertums ähnlich gethan haben. Josephus hat ein Werk geliefert, das wenigstens an Umfang und Reichhaltigkeit alle seine Vorgänger sicherlich weit übertraf. Auf die stilistische Durchbildung seines Geschichtswerkes, hat Josephus sehr großen Fleiß angewendet. Er findet sich hierin mit seinen griechischen und römischen Zunftgenossen in vollkommener Uebereinstimmung, denen die Form nicht nur eine Nebensache war, sondern fast mehr galt, als der Inhalt. Der Archäologie hat Josephns einen Anhang über sein Leben und seine Thaten beigegeben, betitelt „Leben des Josephus." Zur Abfassung der Lebensbeschreibung wurde Josephus bewogen durch das Erscheinen eines anderen Werkes, die Geschichte des jüdischen Krieges von Justus von Tiberias. Dieser hatte sich am jüdischen Aufstande anfangs mit beteiligt, war dann aber bald zum König Agrippa zurückgekehrt, hatte Verzeihung erlangt und versah bei ihm eine Zeitlang das Amt eines Schreibers. Nach dem Tode Agrippas gab er nun eine Darstellung des jüdischen Krieges heraus, durch die Josephus um seine Stellung im jüdischen Aufstande zu rechtfertigen, sich zu einer Erwiederung bewogen fand, die er mit einigen persönlichen Nachrichten über Herkunft und weitere Schicksale umrahmte. Es bietet manche wertvolle Ergänzung zur Geschichte des jüdischen Aufstandes, ist