Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 20 (1900)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1900)
- Date
- 1900-11-01
- Page
- Seite 247 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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247 ist nicht ganz richtig, denn im jüdischen Kriege lehnt er die Bearbeitung der Archäologie als unnötig ab, weil es schon ausreichende Darstellungen davon in griechischer Sprache gebe. Seine Worte können ferner den Irrtum erwecken, als wenn er zwar für die fünf Bücher Mosis die griechische Uebersetzung der sog. 70 Ältesten benutzt, im übrigen aber den hebräischen Text bearbeitet habe. In Wahrheit hat Josephus für die ganze Zeit des alten Testaments den griechischen Bibeltext zu Grunde gelegt. Josephus empfand das Bedürfnis, die griechische und römische Welt vollständiger und besser, als es bisher geschehen und als er es selbst geleistet hatte, über die Geschichte des jüdischen Volkes aufzuklären, denn über die Juden war in der Zeit des späteren Hellenismus zwar schon viel geschrieben worden, in besonderen Schriften und gelegentlichen Erwähnungen, aber es verriet meist wenig Kenntnis der jüdischen Geschichte. Neben diesen auf oberflächlicher Kenntnis beruhenden Erzählungen gab es freilich auch andere bessere, vor allem die Uebersetzung der heiligen Schriften und die sich hieran anschließenden Bearbeiter der jüdischen Geschichte unter denen Josephus den Demetrios, Eupolemos und den älteren Philo nennt. An diese letzteren hat er gedacht, als er in der Vorrede zum „Jüdischen Kriege" eine Darstellung der Archäologie für nicht nötig erklärte. Inzwischen hat er seine Meinung geändert und selbst eine neue Bearbeitung der jüdischen Geschichte unternommen. Er mußte bemerken, daß die irrigen Vorstellungen, durch Haß und Verachtung genährt, ungestört fortwucherten, daß die besseren Darstellungen wenig Leser fanden oder angezweifelt wurden, und sein literarischer Ehrgeiz trieb ihn, den Griechen eine anziehende lesenswerte Geschichte des jüdischen Altertums zu schreiben. Denn an die Hellenen wendet er sich, sie will er über die Geschichte und den Charakter des Judentums aufklären, sie denkt er sich als Leser. Die Archäologie enthält die jüdische Geschichte von der Erschaffung der Welt bis zum Ausbruche des Aufstandes im 12. Jahre Neros (66 n. Ehr.) Während sie im zweiten Teile das schon in der Einleitung zum jüdischen Kriege Erzählte wiederholt, folgt sie im ersten größeren Teil, den historischen Schriften des alten Testamentes und zwar nach der griechischen Uebersetzung des Septuaginta. Zwar weicht Josephus öfters von unserm griechischen alten Testamente ab, in Worterklärung — Zeitrechnung, Namensformen. Dies sind Varianten, die für die Textgeschichte bedeutendes Interesse haben, denn Josephus hat die Septuaginta nicht ganz in der Gestalt benutzt, wie sie jetzt uns vorliegt. Er gibt ferner, zum Teil im Anschluß an die jüdische Exegese manche Erweiterungen der biblischen Uebersetzung. Da Josephus sich selbst seiner jüdischen Gelehrsamkeit so lebhaft rühmt, so wird man ihm, wie es wohl geschehen ist, Kenntnis der hebräischen Sprache nicht ganz absprechen dürfen. Aber es ist sehr wohl möglich, daß sich diese Erklärungen und Zusätze schon in der Uebersetzung befanden. Dieser Bearbeitung der alttestamentlichen Geschichte hat Josephus dann gelegentlich bestätigende Zeugnisse aus profanen WM n‘>‘./Dm A .