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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1900-11-01 · Heft 11 (1.11.1900) · p. Seite 246

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
20 (1900)
Issue
Heft 11 (1.11.1900)
Date
1900-11-01
Page
Seite 246 (sequence 8)
Language
German
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246 ' /'i \v ' >' Hebet die von Josephus benutzten Quellen haben wir sehr mangelhafte Kenntnis. Hebet den .ersten Teil die Geschichte bis zum Beginn des Aufstandes ij läßt sich nur sagen, daß kaum irgend etwas auf die Benutzung einer einheimischen, ,;'j jüdischen Quelle hinweist. Schwerlich existierte eine solche Darstellung; denn die j’;' Juden haben wenig Sinn für ihre Geschichte gehabt, und das Interesse ihrer Gelehrten beschränkte sich auf Religion und Gesetz. (Ant. Jud. 20. 264.) Alles weist vielmehr darauf hin, daß Josephus aus einem griechischen allgemeineren Ge- .H schichtswerke das auf die Juden Bezügliche, soweit es ihm für seine Aufgabe geeignet schien, ausgezogen hat. Hnwillkürlich denkt man an den später öfters H genannten Nikolaus von Damaskus, den Freund des Herodes. Aber grade die V$ Art, wie Josephus die Geschichte dieses Fürsten mit seiner Bestätigung durch Augnstus \\ erzählt, scheint nicht dafür zu sprechen. Für die Geschichte des jüdischen Aufstandes ist Josephus Zeitgenosse und Teilnehmer an den Ereignissen, es liegt daher nahe, sein Werk auch dem Stoffe nach ) als ganz original anzusehe». Aber er selbst sagt uns daß es schon zu seiner Zeit mehrere Darstellungen gab, und daß diese nicht ohne Einfluß aus ihn gewesen sind, sondern ihm wohl den wesentlichsten Teil des Stoffes geliefert haben, was auch aus der Ähnlichkeit, die zwischen Josephus und den Resten der anderen Darstellungen, '$i insonderheit des Tacitus besteht, ersichtlich ist. Abgesehen von den eigenen Erlebnissen stamme» die Nachrichten des Josephus durchaus von römischer Seite her. Dies erkennt 'pj man schon an der Anwendung der Kalenderdaten. Wahrscheinlich lag Josephus ungefähr dasselbe Material vor, wie auch dem Taeitns und ffeinen Gewährsleuten, dazu hat er seine eignen Erlebnisse hinzugethan, ferner die frühere Geschichte der H Juden angefügt und endlich durch die geschilderte rhetorische Bearbeitung dem ganzen Werke die eigentümliche Gestalt gegeben, in der es jetzt vorliegt. ,))' Im I- 93 oder 94 schloß Josephus sein zweites großes Werk ab, die 20 Bücher „Jüdische Archäologie" welches die Geschichte der Juden von der Erschaffung | der Welt bis zum Ausstand gegen Gessius Florus herabführte, also bis zuin Beginn des früheren, welches die Griechen und Römer mit ihr bekannt machen wollte. ff Gewidmet war es einem gewissen Epaphroditos, einein Juden, der die Anregung i)| zu ihm gegeben hatte, einem Mann von reicher Vergangenheit, lebhafter Wißbegierde und unbestreblicher Wahrheitsliebe, für welchen Josephus als Anhang auch zu seiner Rechtfertigung sein Leben und die zwei Bücher gegen Apion anfügt. Die Zeit des Todes Josephus läßt sich nicht genau ermitteln. 'A Schon bei der Abfassung der Geschichte des Krieges habe er daran gedacht, — sagt er — auch die Archäologie zu schreiben, habe es aber unterlassen, damit das .... Werk nicht zu groß werde. Zuletzt habe er sich auf Zureden des Epaphroditos |j dennoch entschlossen, die heiligen Schriften in's Griechische zu übertragen, nachdem yij schon vor ihm Ptolemäos Philadelphos mit dem Hohenpriester Eleazer die Hebertragung des Gesetzes besorgt hätten. Was er jedoch hier über seine. Absichten sagt

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