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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1900-10-01 · Heft 10 (1.10.1900) · p. Seite 233

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
20 (1900)
Issue
Heft 10 (1.10.1900)
Date
1900-10-01
Page
Seite 233 (sequence 19)
Language
German
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233 von dem überwältigenden Ernst desselben, vor. Als er geendet, lag Heine und schluchzte tief erschüttert in seine Kissen. Und fürwahr, diese Thränen waren ein schöneres Glaubensbekenntnis, als er es mit tausend Schwüren hätte geben können. — In Kerlin beging die Universität jüngst den Geburtstag ihres Stifters durch einen Festakt in der Aula. Bei der Preisverteilung erhielt stnd. rneä. Mamlock, den städtischen Preis der medizinischen Fakultät. Von der neuen Preisaufgabe sind zwei der theologischen Fakultät für uns von Interesse. Es soll dargelegt werden, welche biblischen Namen bis zur Mitte des fünften Jahrhunderts von Griechen und Lateinern als Rufnamen recipiert worden sind, und es sollen die Folgerungen untersucht werden, die sich aus dem geschichtlichen Verständnis der heiligen Schrift für den Schriftgebrauch in der Dogmatik ergeben — Man schreibt uns: In Kissingen wurde Dr. Bamberger-Schrimm zum Distriktsrabbiner gewählt. Die Orthodoxen unter einander sollen bei dieser Gelegenheit Mittel angewandt haben, die uns zeigen wie tief in Kreisen äußerer Frömmigkeit die innere Frömmigkeit gesunken ist. — Anläßlich des 25 jährigen Jubiläums des Oberbürgermeisters Fürbinger in Emden brachte der jüdische Gemeindevorstand, an seiner Spitze Herr Jacob Pels, der gleichzeitig auch Bürgervorsteher ist, seine Glückwünsche dar, auf die der Herr Oberbürgermeister erwiderte: Ich nehme besonders gern Veranlassung, auf die dauernde Harmonie hinzuweisen, die stets zwischen den Einwohnern christlichen und jüdischen Glaubens in Emden geherrscht hat und ich möchte lieber sterben, ehe die giftige Pflanze des Antisemitismns in Emden Wurzel faßt. — Von Viktor fstocjt) dem ehemaligen Haupt der Antisemiten im Ungarischen Abgeordnetenhause ist das bekannte Geschichtswerk des Flavins Josephus „Ueber den jüdischen Krieg" ins Ungarische übersetzt im Selbstverläge erschienen. Der ungarische Titel des Werkes lautet in der Jstoczy'schen Uebersetzung: „Flavius Josephus a zsidö häborurol es Jeruzsalemnek Titus caesar altal ostrommal törtent beveteleröl irt Het könyve." Zu deutsch: „Die sieben Bücher des Flavius Josephus über den jüdischen Krieg und die Erstürmung Jerusalems durch' den Caesar Titus." Jstoczy hat das Buch aus dem Lateinischen übersetzt. Der Urtext ist bekanntlich griechisch. — Aus vielen Teilen Oesterreichs gingen uns Nachrichten von den Festgottesdiensten zu, die am 18 August anläßlich des 70. Geburtstages Sr. Majestät des Kaiser Franz Josef begangen wurden. Möge dem gerechten, liebevollen Monarchen, der viel Unheil mit Heldenmut ertrage», ein glückliches Alter beschieden sein, möge sein edles Vorbild auf seine Völker und Stämme wohlthätig wirken und möge der Geist echter Menschenliebe von dem er beseelt ist in immer weiteren Kreisen seines Reiches zur Geltung kommen. — Se. Majestät der Kaiser hat dem um die Stadt und die Gemeinde Lundenburg vielfach verdienten Fabrikanten Herrn H. Kuffner den erblichen Adel verliehen- — Der bekannte jüdische Bildhauer Dr. Alfred Kossig, dessen Werk „Der ewige Jude" auf der Pariser und anderen Kunstausstellungen bedeutendes Aufsehen erregte, hat

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