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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1900-10-01 · Heft 10 (1.10.1900) · p. Seite 223

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
20 (1900)
Issue
Heft 10 (1.10.1900)
Date
1900-10-01
Page
Seite 223 (sequence 9)
Language
German
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223 Sein erstes Werk waren die sieben Bücher „die Geschichte des jüdischen Krieges" von der Einnahme Jerusalems durch Antiochus Epiphanes an bis zu seiner Zerstörung; er hatte es zuerst „für die Parther, Babylonier, Araber, Adiabener und die Landsleute jenseits des Euphrat" aramäisch geschrieben, arbeitete es dann unter Beihilfe von Griechen in deren Sprache um und übergab es so kurz nach dem I. 75 dem Kaiser Vespasian und Ijeiiiem Sohn Titus „als den allerersten Zeugen" von denen es der letztere in aller Form für offizielle Darstellung erklärte, auch das Zeugnis anderer Teilnehnier am Krieg erbat er sich und erntete überall die Anerkennung, sich um die Wahrheit bemüht zu haben, besonders von Agrippa II der in 62 Briefen für die Glaubenswürdigkeit eintrat. Eine besondere Färbung erhält die Darstellung des Josephus durch den lebhaften persönlichen Anteil, den der Geschichtsschreiber an den Ereignissen nimmt. Josephus ist Jude und beklagt den Untergang der heiligen Stadt und des Tempels, den die verstockte Ruchlosigkeit der Zeloten verschuldet habe. Schon in der Einleitung erbittet er sich die Nachsicht des Lesers, wenn er gegen die Gesetze der Geschichtsschreibung seinen Klagen und dem Zorn gegen die Schuldigen freien Lauf lasse, und er hat die Ankündigung reichlich erfüllt- (Fortsetzung folgt). Mede gehalten am Neujahrsfeste 1825 von De. Michael Creuzenach, weiland Religionslehrer am Philanthropin in Frankfurt a. M. (Aus seinem Nachlasse.) Als Nehemia und Esra nach der Rückkehr aus der Babylonischen Gefangenschaft zum ersten Mal am Feste, das wir heute feiern, das Volk zum Gottesdienste versammelte», waren die Zuhörer von dem Inhalt der an sie gerichteten Reden jo innig ergriffen und der Begriff, den man ihnen von der hohen Würde des Tages beigebracht, hatte sie in eine so düstere Stimmung versetzt, daß die Volkslehrer sich bewogen fanden, ihnen zuzurnfen: Heute der Tag ist heilig dem Herrn. Eurem Gotte, trauert nicht und weinet nicht; gehet vielmehr, esset fette Speisen und trinket süße Getränke und schicket denjenigen Gaben, die nichts bereitet haben, denn heilig ist der Tag unserm Herrn; seit daher nicht betrübt, denn Freudigkeit im Herrn ist für Euch eine schützende Burg. Stände doch auch hier ein Esra, um Euch die Bedeutung des heutige» Festes so recht ans Herz zu legen und wenigstens auf einige Stunden Euren Geist von der Eitelkeit der Welt ab und ernsten Gedanken zuznlenken; denn auch nur wenige Stunden des Ernstes und der Andacht sind hinreichend, um für das ganze Leben gute Vorsätze zu fassen und dem im Rausche der Sinnlichkeit Hintaumelnden den Abgrund zu zeigen, in den er

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