Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 20 (1900)
- Issue
- Heft 9 (1.9.1900)
- Date
- 1900-09-01
- Page
- Seite 215 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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— äiS — biblischen Bücher in vier Klassen ein. Die erste umfaßt den Pentateuch, der in 53 Lese-Absätze geteilt ist. In der zweiten Klasse sind die Bücher Josua und Richter nicht vollständig, auch in den Büchern der Könige fehlt ihnen Manches. Samuel, das sie Schemueul aussprechen, ist vollständig. Die dritte Klasse heißt Li-pai, die Bücher der Ceremonien. Von Daniel haben sie nur einige Verse des ersten Kapitels. Von den kleinen Propheten haben sie Jona ganz. Die vierte Klasse nennen sie Ha-fuchala. Von Proverbia und Hiob, dem Hohelied und Prediger besitzen sie nichts." Auch die Londoner Society for Christianizmg Jews sandte am 25. November 1850 zwei bekehrte Chinesen zur Nachforschung aus, die nach einigen Monaten zwei chinesische Juden im Alter von 40 und 45 Jahren und 8 hebräische Manuskripte mitbrachten. Nach ihren Mitteilungen stamme die älteste Synagoge von Kai-föng-fu aus dem Jahre 1163, sie ging 1573 und 1620 in Flammen auf. Die dortigen Juden beschäftigen sich heute mit Reisbau, doch sei Hunger und Elend unter ihnen sehr groß Diese Angabe bestätigte auch der 1867 im Aufträge der Anglo-Jewish-Association nach China gegangene Reisende Liebermann: „Die Synagoge in Kai-föng-fu (deren Beschreibung sich bei Delitzsch findet) war 1840 und 1850 zerstört und aus Mangel an Mitteln nicht wieder aufgebaut worden." Der amerikanische Missionar Dr. Martin, der 1866 in Kaiföng-fu war, schreibt über den Ueberrest der dortigen Gemeinde: „Sie waren nicht im Stande, ihren Stammbaum anzugeben, haben keine Familienregister und zeigen sich in keiner Weise als einheitliche Gemeinde." Wenn man berücksichtigt, daß die Juden in China äußerlich von den Chinesen nicht zu unterscheiden sind (ihre Lebensweise ist im Großen und Ganzen die der Muhammedaner), wird man die von A. Katz in einer neuen Schrift verzeichneten bisherigen Ergebnisse trotz der Brandt'schen Vermutungen als nicht unberechtigt anerkennen: Es leben gegen 80,000 Juden in Chiya und zwar zumeist in der nahe am Aangste-Kiang liegenden Provinz Hunan, deren Gesamt-Einwohnerzahl auf ca. 60 Millionen geschätzt wird. In „Jewish World“ vom 22. Juni 1900 findet sich der Brief eines Herrn S. I. Salomon in Shanghai an den Chief Rabbi von England, in dem es heißt, daß ein deutscher Oberst Lehmann, einige Monate an einem ungefähr 100 Meilen südwestlich von Kai-föng-fu liegenden Orte gewesen war, in dem es ca. 500 eingeborene Juden gibt, von denen die meisten sich mit Seidenhandel befassen." — Das 25 jährige Jubiläum des „Hebrew Union College" in Gincinnati wurde jüngst gefeiert, wobei 11 Abiturienten die Rabbinerweihe empfingen.. Es war ursprünglich beabsichtigt worden, das Jubiläum in großartiger Weise zu begehen Infolge des vor einigen Monaten erfolgten Hinscheidens des greisen Rabbi Jsaac M. Wise wurde jedoch davon Abstand genommen. Dr. Mielziner, der fungierende Präsident des Kollege, vollzog die Weihe, und Rabbi Joseph Stoltz von Chicago hielt die Weiherede. — Der Berichterstatter eines französischen Blattes, ein Jude, der vor kurzem von einer Rundreise durch Spanien zurückkehrte, weiß seinem Blatte zu