Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 20 (1900)
- Issue
- Heft 9 (1.9.1900)
- Date
- 1900-09-01
- Page
- Seite 210 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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übersteigen. 4. Die Manuskripte sind bis zum 1. Juli 1901 ohne Namensunterschrift, aber mit einem Motto, an den Schatzmeister den Unterzeichneten Rechnungsrat Sauer, Berlin SW., Schützenstr. 26, einzusenden. Ein außen mit demselben Motto versehener verschlossener Briefumschlag soll den Namen des Verfassers enthalten. — 5. Das Preisrichteramt wollen freundlichst übernehmen die Herren Consistorialrat Lic. H. Keßler, Prof. Dr. R. Seeberg und Prof. Dr. H. L. Strack. — 6. Das Recht, die preisgekrönte Arbeit zu veröffentlichen, gehört der Unterzeichneten Gesellschaft, fällt aber, wenn innerhalb eines Jahres davon kein Gebrauch gemacht wird, dem Verfasser wieder zu. — 7. Alle auf dies Preisausschreiben bezüglichen Mitteilungen werden in der Zeitschrift „Nathanael" veröffentlicht werden. — Die im Serliner Thalia-Theater gastierende sogenannte Orientalische Operetten-Gesellschaft brachte vor einiger Zeit allabendlich das Goldfaden'sche vieractige Melodrama „Sulamith" zur Ausführung, das vermöge seines eigenartigen Inhaltes unter den Juden des Ostens sehr populär ist. Bei aller technischen Naivität behandelt es nicht ohne Geschick eine talmudische Legende. Es ist das Märchen von der Treulosigkeit, das es erzählt. Absalom, ein reicher Jüngling, verlobt sich in der Wüste mit Sulamith, der Tochter eines Bethlehemitischen Bürgers, die er gelegentlich einer Wallfahrt nach Jerusalem aus einem Brunnen gerettet hat. Zu Zeugen des Verlöbnisses ruft das Paar den Brunnen an und eine Wildkatze, die sie erspäht haben. Aber Absalom vergißt seinen Schwur und vermählt sich in Jerusalem mit Abigajil, einer Priesterstochter. Sulamith, die im Hause ihres Vaters von Freiern umworben wird beschließt, sich wahnsinnig zu stellen, um einer Heirat zu entgehen. Den Ungetreuen verfolgt aber das Unglück. Seine Kinder sterben, das eine am Bisse einer Katze, das andere dadurch, daß es in einen Brunnen fällt. Nun erwacht in Absalom die Erinnerung an sein Verlöbnis, und da sein Weib vor Gram über den Tod der Kinder stirbt, zieht er nach Bethlehem, um Sulamith aufzusuchen. Mit der glücklichen Vereinigung des Paares schließt das Melodrama, das auch eine ganze Reihe komischer Scenen enthält. So liegt in der Charakterisierung der Freier viel natürlicher Humor. Für uns hat dieses originelle Gastspiel nur ein kulturhistorisches Interesse. Die aus Galizien stammenden Mitwirkenden würden unter anderen Kulturverhältnisseil sicherlich sich besser entwickeln. Der „Star" der Gesellschaft, Frl. Fryderika Zartowska, erwies sich darstellerisch wie gesanglich als eine ganz bedeutende Künstlerin. Ihr wohlgeschultes Organ ist voll Kraft und weiß Zartes wie Gewaltiges. Inniges und Schalkhaftes mit gleicher Meisterschaft auszudrücken. Neben Fräulein Zartowska zeichneten sich der Tenorist Herr Silbert und der Komiker Herr Topf aus. — lieber die Pflege des Schachspiels unter den Juden im 12. Jahrhundert sind folgende Daten von Interesse: Seit dem 12. Jahrhundert schon wurde dieses königliche Spiel bei den Juden sehr gepflegt. Einige Autoritäten meinen sogar, daß schon der Talmud seiner erwähnt. Während allgemein Schach mehr von Männern gespielt wird, war es schon in alter Zeit bei jüdischen