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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1900-09-01 · Heft 9 (1.9.1900) · p. Seite 209

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
20 (1900)
Issue
Heft 9 (1.9.1900)
Date
1900-09-01
Page
Seite 209 (sequence 17)
Language
German
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— 209 — an und werden wir ihm stets ein ehrendes Gedenken bewahren. — In Grande«; starb Herr Rabbiner Dr. Michael Kosenstein und in Dochnm Herr Prediger Laubheim. — In einem jüngst veröffentlichten Briefwechsel des Königs Georg von Hannover hieß es u. A-: Heute um 3 Uhr fand die Taufe von Konzert-Direktors Joachim's Sohn (Josef Joachim) in der Schloßkirche statt, die von dem Oberkonsistorialrat Uhlhorn vollzogen wurde. Der Täufling ist mein Pathe und ließ ich mich durch meinen Flügeladjutanten, Major von Kolrauch bei der Handlung vertreten. — Unter der Ueberschrift „Merkwürdige Uebereinstimmung Bismarcks und — Börnes über Wilhelm Teil," schreibt uns Herr Salomon Levy: „In Busch's Tagebuch: Graf Bismarck und seine Leute im Krieg von 1870—71 äußert sich der Reichskanzler am 24. Okt. folgendermaßen über Wilhelm Tell: Ich habe ihn schon als Knabe nicht leiden können, und zwar weil er auf seinen Sohn geschossen und weil er Geßler meuchlings getötet hat. Natürlicher und nobler wäre es gewesen, wenn er, statt auf den Jungen abzudrücken — den doch der beste Schütze statt des Apfels treffen konnte, wenn er da lieber gleich den Landvogt erschossen hätte. So Bismarck. In der Biographie Börne's von Karl Grün (in Börne's 'Werken, Wien, Tendier & Co. 1868) letzter Band Seite 122 druckt sein Biograph folgende Aeußerung Börne's über Wilhelm Tell ab: Tell durfte nicht auf den Apfel schießen, sollte selbst aus der ganzen Schweizer Freiheit, Nichts werden! Dort, auf der Wiese bei Altdorf, mußte er auf Geßler anlegen, daß er den Nachen mit dem Landvogt in die tobende Flut zurückstöbt,, ist erbärmlich von ihm, daß er den .: Landvogt in der hohlen Gasse aus sicherem Versteck erschießt, ist niederträchtig, ein reiner Meuchelmord!" Wie bei hohen Intelligenzen, selbst bei verschiedener „Rasse" eine Verwandtschaft in den Charakteren, eine gleiche Ritterlichkeit im Ehrgefühl zu finden ist, davon geben wir hier einen sehr eclatanten Beitrag: Man sieht hieraus, daß nur in den niedrig angelegten Geschöpfen, die sich zu einer solchen, eben gezeigten Uebereinstimmung nicht hinaufschwingen können, gegenseitiger Haß, Wut, Verachtung, gerade wie in der Thierwelt entstehen können. — Man berichtet aus Berlin: Die Gesellschaft zur Hefördrrnng des Christentums unter den Inden hat folgendes Preisausschreiben (500 Mk.) für eine Schrift: „Judentum, Christentum, Weltreligion" erlassen: 1. Aufgabe. Es ist zu untersuchen, ob dem Ansprüche des Judentums» Träger einer der christlichen überlegenen Kultur und Religiosität zu sein, Berechtigung zukommt. 'Es ist darzuthun, daß das Christentum alle Erfordernisse für eine vollgenngende Geistes- und Herzensbildung in hervorragendem Maße in sich vereint und daß ihm das Judentum in keiner Gestalt den Rang als Weltreligion wird streitig machen können. — 2. Als Leserkreis sind gebildete Juden gedacht. Gelehrter Apparat innerhalb des Textes ist zu vermeiden. — 3. Dem Ermessen der Verfasser bleibt überlassen, ob sie die biblisch theologische, die religionsphilosophische oder die historische Betrachtungsweise in den Vordergrund stellen wollen. Der Umfang der Schrift soll vier Druckbogen nicht

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